VBE: Erfolgsmodell Grundschule ausbauen

 

Berlin - „Die Grundschulen sind in Deutschland die erfolgreichsten Schulen“, betont der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger. „Das sehr gute Abschneiden in der internationalen Grund-
schul-Lese-Studie IGLU kommt einem Qualitätssiegel für gemeinsames Lernen gleich. Es liegt auf der Hand, ein solches Erfolgsmodell auszubauen“, stellt Eckinger fest. Aktuellen Versuchen, die sechsjährige Grundschule auf vier Jahre zurückzufahren, erteilt der VBE-Bundesvorsitzende eine Absage. „Einzig in den Grundschulen ist in Deutschland das gemeinsame Lernen von Kindern aus allen sozialen Schichten Wirklichkeit. Der IGLU-Erfolg bestätigt die Richtigkeit dieses pädagogischen Ansatzes“, so Eckinger. Sowohl auf die bedeutsamen geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen als auch auf die unterschiedlichen familiären und sozialen Voraus-
setzungen der Kinder sei ein abwechslungsreicher und alle Sinne anregender Unterricht wie an den meisten Grundschulen die richtige Antwort. Die Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen seien bei IGLU in Deutschlands Grundschulen deutlich geringer als in PISA-Spitzenländern wie Kanada, Schweden oder Neuseeland. „Dafür gebührt den Lehrerinnen und Lehrern an Grundschulen mehr Anerkennung als dies bislang der Fall ist“, unterstreicht Ludwig Eckinger. „Grundschulen sind kein Kinderkram, sondern der Einstieg in die Bildungskarriere.“

 

Der VBE-Bundesvorsitzende verweist darauf, dass durch das sich anschlie-
ßende gegliederte System Grundschulen einem hohen Erwartungsdruck ausgesetzt sind. „In Deutschland müssen Lehrerinnen und Lehrer in beinahe allen Ländern über Zehnjährige entscheiden, zu welchem Lernerfolg sie in späteren Jahren fähig sein sollen“, kritisiert Eckinger. Das konterkariere die vorherige individuelle Förderung der Kinder. „An Gymnasien gibt es häufig Erwartungen an die Grundschulen, die Kinder für die ‚höhere’ Lehranstalt herzurichten. Hier wird Leistung mit Auslese verwechselt und der Grundschule als dem Ort gemeinsamen Lernens massiv geschadet.“ VBE-Bundes-
vorsitzender Eckinger bekräftigt: „Hätten wir keine Bildungssackgassen, sondern in der Sekundarstufe nach oben offene Bildungswege, würde die Grundschule noch erfolgreicher arbeiten können und der Zusammenhang zur sozialen Herkunft wäre deutlich geringer.“

 

Die Bildungsgerechtigkeit steht im Mittelpunkt der Bundesvertreter-
versammlung des VBE, die in dieser Woche vom 24. bis 26. November
in Würzburg stattfindet. &#9670

 

 

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