Integration statt Zwang

 

Berlin - „Mit politischer Scharfmacherei wird der Konflikt um die Integration von Migranten in Deutschland nur noch verschärft“, warnt der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger angesichts der Vorstöße des Bundesinnenministers, des bayerischen Ministerpräsidenten sowie der Bundesbildungsministerin. „Am Beispiel der Berliner Rütli-Schule zeigen sich Politiker erschrocken über Schülergewalt als Folge von Perspektivlosigkeit und drohen dann selbst mit Gewalt, denn nichts anderes wäre eine zwangsweise Integration.“ Eckinger betont, es sei tragisch, dass in Deutschland die Grundidee der Demokratie von der Gleichheit aller Menschen immer wieder ausgehebelt werde. „Deutschland ist ein Einwanderungsland und muss deshalb eine Integrationspolitik gestalten, die alle Bereiche der Gesellschaft umfasst. Manche Politiker verwechseln die Notwendigkeit einer selbstbewussten und konsequenten Einwanderungspolitik mit Drohgebärden, die einer Demokratie unwürdig sind.“ Migranten als Bürger auf gleicher Augenhöhe zu achten, schließe es ein, die eigene Kultur mit Selbstbewusstsein zu vertreten.

 

„In Deutschland muss endlich Schluss sein mit aufgeschrecktem Wehklagen, wenn das Kind schon im Brunnen ist“, so der VBE-Bundesvorsitzende. „Stattdessen müssen wir den Anfängen wehren. Die Integration von Migranten muss im Kindergarten und in der Grundschule beginnen. Und dafür müssen auch die notwendigen Bedingungen geschaffen werden. Insbesondere das Erlernen der deutschen Sprache und der Erwerb von Sprachkompetenz sind grundlegend für alle weiteren Integrationsschritte.“ Eckinger kritisiert die ungenügende Umsetzung in den Ländern. Es reiche nicht aus, frühe Sprachförderung zu beschließen und gleichzeitig aus Kostengründen Personen ohne passende Qualifikation für diese Aufgabe einzusetzen. „Jeder eingesparte Euro kommt uns am Ende doppelt und dreifach teuer zu stehen.“

 

Ludwig Eckinger weiter: „Schulen allein können zwar gesellschaftliche Fehlentwicklungen nicht lösen, aber sie sind entscheidende Orte, an denen gesellschaftliche Teilhabe gestaltet werden kann.“ Integration könne nur gelingen, wenn sie als gemeinsames Anliegen auch von Migrantenseite aktiv angepackt werde. „Die bisherige Integrationspolitik sehe ich als gescheitert an“, unterstreicht Eckinger. Der VBE sehe mit großer Sorge, dass 20 Prozent der ausländischen Schülerinnen und Schüler die deutsche Schule ohne Schulabschluss verlassen würden und damit kaum Chancen am Arbeitsmarkt hätten.

 

In Deutschland ist inzwischen jeder zehnte Schüler Ausländer. Schulen mit Lernenden aus über 20 Nationen sind keine Seltenheit. Insgesamt leben in Deutschland 7,3 Millionen Ausländer und fast sieben Millionen Einwanderer mit deutschem Pass. &#9670

 

 

VERBAND BILDUNG UND ERZIEHUNG www.vbe.de

Behrenstraße 23/24 10117 Berlin Tel.: 030 – 726 19 66-0 Fax: 030 – 726 19 66-18

V.i.S.d.P. Mira Futász, Pressereferentin E-Mail: presse@vbe.de Tel.: 030 – 726 19 66-17 mobil: 0178 – 845 20 86

 

 

RSS | Print this page