
6. Weltlehrerkongress tagte vom 22. bis 26. Juli 2011 in Kapstadt
Unter dem Motto „Qualität von Bildung und Erziehung schafft Zukunft“ berieten im südafrikanischen Kapstadt 1800 Delegierte von allen Kontinenten auf dem 6. Weltlehrerkongress der Education International (EI). Die VBE-Delegation wurde vom Bundesvorsitzenden Udo Beckmann angeführt.
Im Mittelpunkt des Kongresses standen die Herausforderungen an das weltweite Engagement der Bildungsgewerkschaften und Lehrerorganisationen für mehr Qualität von Bildung und Erziehung. Der Vizepräsident Südafrikas und Vertreter von UNESCO, Weltbank, ILO nahmen in ihren Grußworten das Kongressthema zum Anlass, auf die zentrale Rolle des Lehrers bei der Gestaltung von Bildungsqualität hinzuweisen.
Das für die kommenden vier Jahre beschlossene Aktionsprogramm der EI betont insbesondere die Notwendigkeit, weltweit allen Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, die Regierungen zu verlässlichen Bildungsinvestitionen zu verpflichten, Status und Qualifikation des Lehrerberufs zu verbessern. Die Verantwortung liege bei den Regierungen, dass die globale Wirtschaftskrise nicht zu Investitionskürzungen in der Bildung führen dürfe. Privatisierung von Bildung und „Private Public Partnership“ seien keine adäquaten Mittel.
Vom Weltlehrerkongress ging die Botschaft aus, demokratische Bewegungen in der Welt zu unterstützen, Hunger und kriegerische Konflikte einzudämmen und Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen zu üben, die in ihrer Berufsausübung bedroht sind. Mit den Kongressbeschlüssen seien der weitere Weg der Lehrerbewegung und der Anspruch an die Regierungen klar vorgezeichnet, so die australische Gewerkschafterin Susan Hopgood, die in Kapstadt als EI-Präsidentin wieder gewählt wurde.
Der Kongress betrauerte den Tod von fast 300 Lehrern und Lehrerinnen, die in den vergangenen vier Jahren wegen ihrer Lehrertätigkeit oder ihrer Gewerkschaftsarbeit ums Leben kamen. Am Morgen des zweiten Kongresstages gedachten die Teilnehmer in einer Schweigeminute der Opfer des mörderischen Anschlags auf ein norwegisches Jugendcamp und des Bombenattentats in Oslo. Die EI verurteilte die Gewaltattacke scharf und erklärte sich solidarisch mit dem norwegischen Volk.
„Vom Kongress in Kapstadt ging ein starkes Signal aus, den Lehrerberuf als Verpflichtung zur Mitwirkung an der Gestaltung von Demokratie und Bildungsgerechtigkeit wahrzunehmen und Wege unseres gemeinsamen Handelns aufzuzeigen“, lautete das Fazit der VBE-Delegation. „Internationale Solidarität der in der EI zusammengeschlossenen Lehrerorganisationen, ist die Voraussetzung für die Forderung nach einer Stärkung der Profession, der Achtung der Organisationsfreiheit des Lehrpersonals und der Beteiligung der Gewerkschaften an der Gestaltung des Berufsbildes sowie der unterrichtlichen Rahmenbedingungen.“
Education International (EI), die weltweite Vereinigung von Bildungsgewerkschaften und Lehrerorganisationen umfasst 402 Mitgliedsorganisationen aus 173 Staaten und Territorien und vertritt etwa 30 Millionen Pädagoginnen und Pädagogen. Der VBE ist eine der Gründungsorganisationen und war 2007 Gastgeber des 5. Weltlehrerkongresses in Berlin.

