Entschließung des VBE-Bundesvorstandes

Flüchtlingskinder brauchen Hilfe – Schulen nicht allein lassen 

Asylbewerber suchen in Deutschland Schutz vor Terror, Vergewaltigung, Verfolgung und Mord. Ein Ende ist nicht absehbar. Die Schulen in Deutschland wollen und müssen handeln – und das Gleiche erwarten wir von der Politik! Ausdrücklich begrüßen wir daher, dass die Bundesregierung 6 Mrd. Euro für die Versorgung von Flüchtlingen bereitstellen will. 

Asyl ist Menschenrecht. In Deutschland ist es zudem im Grundgesetz als Grundrecht festgeschrieben. Menschen haben ein Recht auf menschenwürdige Behandlung. 

Mit Nachdruck wendet sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE) gegen alle Versuche, Ressourcen für Hilfen für Flüchtlinge und Asylbewerber/innen gegen Ausgaben in den Bildungshaushalten der Länder aufzurechnen. Es ist unmöglich, die Mehrbelastungen der Schulen in Folge der Aufnahme von Flüchtlingskindern mit den vorhandenen Mitteln zu finanzieren. Mehr Flüchtlinge erfordern mehr Geld für Bildung, Erziehung und Betreuung. Deutschland braucht beides: einen bestmöglich ausgestatteten Bildungsbereich und Unterstützung für Flüchtlinge. 

Wir haben in Deutschland motivierte Lehrer/innen, die gerne und engagiert arbeiten – egal ob mit deutschen Schüler/innen oder mit Flüchtlingen und Asylbewerber/innen. Doch dazu brauchen sie Zeit und Unterstützung. 

Der VBE hat klare Vorstellungen:

· Der VBE fordert, dass die Themen „Flüchtlinge“ und „Bildung“ nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wer die Menschen vor eine solche Entscheidung stellt, provoziert Unzufriedenheit und Neid. Der soziale Frieden in Deutschland darf nicht gefährdet werden.

· Der VBE fordert zusätzliche Mittel für Flüchtlinge in unseren Schulen. Wir brauchen vor allem geschultes Personal, das auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen angemessen eingehen kann: Psycholog/innen, Dolmetscher/innen und Lehrer/innen mit Kenntnissen in Deutsch als Zweitsprache etc.

· Der VBE fordert Angebote in der Lehrerbildung. Lehrerinnen und Lehrer sollen die Möglichkeit bekommen, sich im Rahmen der Lehrerfortbildung Kompetenzen anzueignen, die für die schulische Arbeit mit Flüchtlingskindern von Bedeutung sind (z.B. Deutsch als Zweitsprache). Die Angebote in der 1. Phase der Lehrerbildung (Universitäten und Hochschulen) sind deutlich auszuweiten.

· Der VBE fordert eine bedarfsorientierte und unbürokratische Verteilung der zusätzlichen Mittel! Wir favorisieren die Bildung einer „Task-Force Flüchtlinge“ gemeinsam von Bund, Ländern und Kommunen. Dabei soll entsprechend geschultes Personal möglichst mit Erfahrungen im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ schnell und unkompliziert eingesetzt werden.

· Der VBE bietet seine Hilfe an. Für Fragen der Bildung und Erziehung von Flüchtlingen sind wir kompetente Ansprechpartner. Wir kennen die Herausforderungen der Praxis und bündeln wertvolles Know-how. Wir stehen als zuverlässige Kooperationspartner zur Verfügung.

Berlin, 25.September 2015

 

 

 

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