24.11.17 10:00

Frauen im Lehrerberuf adäquat schützen!


16 Days of activism against gender-based violence 

Im Rahmen der von der Education International (Bildungsinternationale) ausgerufenen „16 Days of activism against gender-based violence“ verweist der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, auf die Ergebnisse der forsa-Umfrage „Gewalt gegen Lehrkräfte“: „Lehrerinnen geben öfter an, dass Fälle von Gewalt an ihrer Schule vorkommen und sie sind auch selbst öfter von psychischer und physischer Gewalt betroffen als Lehrer.“ Er fordert: „Es ist die Pflicht des Dienstherrn, auf diese Erkenntnisse adäquat zu reagieren, zum Beispiel gezielt Fortbildungen für Frauen anzubieten, um auf diskriminierende und sexistische Äußerungen reagieren zu können.“ Allerdings betont Beckmann auch: „Psychische und physische Gewalt gegen Frauen ist auch ein Indiz für eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung der Verrohung der Sprache und Umgangsformen. Mangelnder Respekt vor Frauen darf nicht hingenommen werden. Gleichberechtigung und Toleranz sind Grundfeste unserer Gesellschaft.“ 

Kontext:
Der Verband Bildung und Erziehung hatte im letzten Jahr forsa damit beauftragt, eine groß angelegte Umfrage zu „Gewalt gegen Lehrkräfte“ durchzuführen. Diese wurde am 14. November 2016 veröffentlicht. Die Ergebnisse der Umfrage wurden im Mai 2017 zusammen mit einem ausführlichen Serviceteil zum länderspezifischen Vorgehen nach einem Vorfall in einer Broschüre aufgearbeitet.

Die Analyse der Ergebnisse nach Geschlecht der Befragten zeigte:
Die weiblichen Befragten schätzen mit 64 Prozent sehr viel höher als die der männlichen Befragten (51 Prozent) ein, dass die Gewalt in den letzten fünf Jahren zugenommen hat.
Sie berichten zwar nicht signifikant öfter davon, dass an ihrer Schule Fälle psychischer Gewalt vorkamen (56 Prozent zu 54 Prozent), aber sie haben deutlich öfter als Männer selbst psychische Gewalt erlebt (25 Prozent zu 20 Prozent).
Bei den Einschätzungen zu physischer Gewalt zeigt sich ein klarer Unterschied. Während 17 Prozent der Lehrer sagen, dass es an ihrer Schule in den letzten fünf Jahren Fälle physischer Gewalt gab, geben dies 24 Prozent der Lehrerinnen an. Die persönliche Betroffenheit ist ebenfalls signifikant höher, nämlich um 4 Prozentpunkte (7 Prozent zu 3 Prozent).
Die weiblichen Befragten wünschen sich eher Fortbildungen (45 Prozent), wobei die männlichen Befragten dies immerhin zu 39 Prozent sagen.


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