24.08.17 11:30

VBE: Engagement der Lehrkräfte darf von Politik nicht länger missbraucht werden


dbb Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst 2017 

Der dbb beamtenbund und tarifunion hat heute die Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst herausgegeben. Gefragt nach dem Ansehen einzelner Berufsgruppen antworten 75 Prozent der Befragten, dass sie ein (sehr) hohes Ansehen von Lehrkräften haben. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 5 Prozentpunkten, im Vergleich zu 2007 hat sich das Ansehen der Lehrkräfte um 12 Prozentpunkte verbessert. „Das zeigt: Die Bürgerinnen und Bürger würdigen die enormen Leistungen der Lehrkräfte. Gerade die Beschulung der vielen durch Zuwanderung neu hinzugekommenen Schülerinnen und Schüler, aber auch die individuelle Förderung, die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Handicap und der digitale Wandel in der Schule sind große Herausforderungen für die Lehrkräfte. Die Bürgerinnen und Bürger erkennen die hohe Eigenmotivation und das große Engagement, mit denen die Lehrkräfte ausgleichen, was ihnen an Ressourcen von der Politik verweigert wird. Das Ergebnis sehen wir deshalb mit gemischten Gefühlen. Natürlich freut uns die positive Wahrnehmung durch die Gesellschaft, aber die Belastungen der Lehrkräfte machen uns große Sorgen“, kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), der größten Fachgewerkschaft im dbb. 

Der Bundesvorsitzende stellt klar: „Es ist eine positive Entwicklung, dass der Lehrerberuf wieder mehr Wertschätzung erfährt. Das ist dringend notwendig, denn es braucht angesichts des großen Lehrermangels mehr junge Menschen, die Lehrkraft werden möchten. Damit das gelingt, ist es allerdings erforderlich, dass die Politik für jede umzusetzende Forderung auch die notwendigen Gelingensbedingungen und eine angemessene Eingangsbesoldung nach A13/EG13 für alle Lehrkräfte, unabhängig von Schulform und Schulstufe, bereitstellt. Das Engagement der Lehrkräfte, mit dem sie die Misswirtschaft der Kultusministerien ausgleichen, darf nicht länger missbraucht werden.“

 

 


RSS | Print this page