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09.03.12 17:26

Gymnasien brauchen qualitative Verbesserungen


BLLV-Präsident Klaus Wenzel anerkennt heute vorgestellte Maßnahmen zur Verbesserung an den bayerischen Gymnasien - „sie greifen aber noch zu kurz“

München -  Aus Sicht des Präsidenten des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, weisen die heute von Kultusminister Ludwig Spaenle vorgestellten Pläne zur Verbesserung der angespannten Situation an den Gymnasien in die richtige Richtung, sie greifen aber noch zu kurz. „Sie begrenzen sich zu sehr auf quantitative Maßnahmen und lassen die dringend notwendigen qualitativen Verbesserungen weitgehend außer Acht“, erklärte er heute in München in einer ersten Reaktion.

Der BLLV hatte erst vor wenigen Tagen auf den unverändert hohen Stressfaktor bei Schülern hingewiesen, der viele von ihnen regelrecht krank werden lässt. Auch die Kolleginnen und Kollegen an den bayerischen Gymnasien hätten die Grenze der Belastbarkeit längst erreicht. „Insofern signalisiert der heutige Tag, dass die Proteste angekommen sind und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden sollen. Das ist gut und anerkennenswert“, betonte Wenzel. Allerdings profitierten die Schüler und Lehrer nur davon, wenn für sämtliche Vorhaben die dafür erforderlichen personellen und zeitlichen Ressourcen bereit gestellt werden. Auf dem Rücken der Lehrerschaft jedenfalls dürfe der Ausbau von Ganztagsklassen nicht erfolgen. 

Die aktuelle Diskussion um das bayerische Gymnasium und die Frage, ob es acht oder neun Jahre dauern sollte, drehe sich erneut lediglich um quantitative Aspekte. „Es kommt aber bei einer Neuausrichtung viel mehr auf qualitative und inhaltliche Verbesserungen an“, betonte der BLLV-Präsident. So müssten die Lehrpläne deutlich entschlackt, der bestehende Lern- und Leistungsbegriff neu definiert und der starre 45-Minuten-Takt aufgelöst werden. Die angekündigten Änderungen bei der Stundentafel-Gestaltung in der Mittelstufe greife zu kurz - genauso wie der geplante Ausbau gebundener Nachmittagszüge bis 2014. Wenzel forderte stattdessen einen am tatsächlichen Bedarf orientierten Ausbau rhythmisierter Ganztagsschulen, in denen sich Lern- und Freizeitphasen abwechselten. „Billiglösungen dürfen in den Gymnasien keinesfalls Einzug halten“, mahnte er.  


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