Mit äußerster Schärfe hat der „Verband Bildung und Erziehung“ auf die vorab bekannt gewordenen Eckpunkte der von Senator Zöllner angekündigten Qualitätsoffensive für die Berliner Schule reagiert.
„Wieder einmal werden von der Senatsverwaltung nur die Symptome benannt, anstatt die Ursachen der gegenwärtigen Situation aufzuzeigen“, erklärte der Landesvorsitzende, Helge Dietrich. Es grenze an einen Verstoß gegen das Fürsorgegebot des Dienstherrn, Schulen trotz erheblicher Widerstände von Fachleuten mit schlecht vorbereiteten Reformen (JÜL,
vorgezogene Einschulung, Sekundarschule) zu überziehen, und gleichzeitig nicht für eine entsprechende Ausstattung zu sorgen. „Unser Dienstherr schiebt den „schwarzen Peter“ wieder der Lehrerschaft, seinen Mitarbeitern, zu“, so Dietrich weiter.
Der VBE lehnt die angekündigte Fortbildungsverpflichtung angesichts der chronischen Überlastung und personellen Unterversorgung zum derzeitigen Zeitpunkt kategorisch ab. Dietrich: „Schon jetzt arbeiten die Kolleginnen und Kollegen über dem Limit, wie die stetig steigende Zahl der Frühpensionierungen durch Dienstunfähigkeit belegt“. Auch die Vorschläge zum Schulranking und zur Stärkung „schwacher Schulen“ würden nicht helfen, sondern nur noch mehr Druck aufbauen.
„Die Schulinspektionen sind nicht das geeignete Mittel, die Qualität von Schulen einzuschätzen. Durch ein Ranking werden auch Schulen an den Pranger gestellt, die trotz aller Bemühungen durch von der Bildungsverwaltung verursachte Mängel keine ausreichende Qualität erreichen können.“ Die angekündigte Rücknahme des verpflichtenden jahrgangsübergreifenden Lernens in der Schulanfangsphase, die der VBE
beständig gefordert hat, könne als erstes Zeichen des Einlenkens begrüßt werden.
„Die Lösung der Probleme kann nur in einer deutlich verbesserten personellen, sächlichen und räumlichen Ausstattung der Berliner Schulen liegen“, fordert der Landesvorsitzende von der Politik.