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28.03.12 10:46

VBE erwartet schnell eine vernünftige Handlungsgrundlage Inklusion, die das geltende hessische Schulgesetz vorschreibt


Chaos durch fehlende Grundlagen an den Schulen – Elternberatung kaum möglich – Inklusion braucht entsprechende Ressourcen als Gelingens-Bedingungen

„Der Verband Bildung und Erziehung erwartet von der Landesregierung schnellstens eine vernünftige Grundlage zur Umsetzung der vom gültigen Schulgesetz beschriebenen Inklusion“, erklärte die stellvertretende hessische VBE-Landesvorsitzende Christel Müller aus Anlass der Behandlung eines entsprechenden Antrages der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen heute im hessischen Landtag.

Sie bemängelte, dass drei Jahre nach Inkrafttreten der UNBehindertenrechtskonvention weiterhin alles unklar sei. Die Lehrkräfte an den Schulen fühlten sich dem Auftrag, der Konvention verpflichtet und wollen ihn umsetzen.

„Allerdings“, so Müller weiter, „ fehlen den Schulen bis heute die notwendigen Mittel, und es liegt noch nicht einmal die Umsetzungsverordnung vor. Das ist ein einmaliger Vorgang, dass zu einem geltenden Gesetz noch nach einem Dreivierteljahr die erforderliche Verordnung fehlt. Die Lehrkräfte fühlen sich dadurch allein gelassen.“

Umgekehrt kämen aber immer mehr Eltern, die wollten, dass ihr Kind inklusiv unterrichtet wird. Die Schulen wüssten aber bis heute nicht, welche personellen Ressourcen ihnen für den inklusiven Unterricht zur Verfügung ständen. „Auf dieser Basis kann man vor Ort weder vernünftig beraten geschweige denn handeln“, ärgerte sich Christel Müller.

Der VBE fürchte, dass Inklusion ohne zusätzliche Unterstützung quasi nebenbei umgesetzt werden solle. „Inklusion ohne entsprechende Förderung wäre aber unverantwortlich“, so Christel Müller weiter.

Für große Verunsicherung an den Schulen sorge auch der Entwurf der Umsetzungsverordnung für den inklusiven Unterricht.

„Es ist zwar angesichts der UN-Behindertenrechtskonvention kaum zu glauben, aber der Entwurf sieht gegenüber dem Ist-Stand deutliche Verschlechterungen vor und nicht etwa Verbesserungen für den inklusiven Unterricht. So soll z.B. die bisher übliche Obergrenze der Klassengrößen bei inklusivem Unterricht entfallen. Auch die Möglichkeiten in Inklusionsklassen zeitweise mit zwei Lehrerinnen und Lehrern in der Klasse unterrichten zu können, werden massiv eingeschränkt“, erläuterte die VBE-Vizechefin.

Sorgen bereitet Müller auch die Tatsache, dass – wieder einmal – im Zusammenhang mit Inklusion nur die Schule im Gespräch sei. Dabei gehe die Umsetzung der UN-Konvention alle an und sei eine
Herausforderung für die gesamte Gesellschaft.


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