VBE: G8-Modell in NRW ist ein falscher Weg

Zur Anhörung im Landtag

„Die Umsetzung des G8 mittels Verkürzung der Sekundarstufe I am Gymnasium war der falsche Weg, weil dadurch das Gymnasium von den anderen Schulformen abgekoppelt wurde. Der Wechsel von einer Haupt-, Real- oder Gesamtschule in die Sekundarstufe II eines Gymnasiums wurde dadurch unnötig erschwert, da die Jahrgangsstufe 10 des Gymnasiums zur Sekundarstufe II zählt, an den anderen Schulformen aber zur Sekundarstufe I“, erklärte Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE anlässlich der heute im Landtag stattfindenden Anhörung.

Was für Gymnasialschülerinnen und -schüler eine Schulzeitverkürzung darstelle, könnte für Seiteneinsteiger in die Sek. II eines Gymnasiums zur Schulzeitverlängerung werden. Im Regelfall müssten sie die 10. Klasse wiederholen. Schülerinnen und Schüler dagegen, die das Gymnasium mit dem mittleren Bildungsabschluss verlassen wollen, müssten die Einführungsphase der Oberstufe und damit die Klasse 10 erneut durchlaufen, um diesen Abschluss erlangen zu können. Auch das sei nicht sinnvoll.

„Die von der schwarz-gelben Regierung geregelte Form der Schulzeitverkürzung am Gymnasium ist ohne Rücksicht auf das Gesamtkonzept vorgenommen worden“, so Beckmann.

Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen ist durch die G8-Einführung deutlich eingegrenzt worden. Nach Auffassung des VBE muss eine zukunftsorientierte Schulpolitik das in Deutschland stark ausgeprägte Denken aufgeben, dass Bildungsgänge voneinander abgegrenzt werden müssen. Wie die G8-Reform in NRW gezeigt habe, führe dieser schulpolitische Ansatz zu einem „Reform-Hopping“ in dem Sinne, dass von Schulform zu Schulform gesprungen wird, ohne dabei die Auswirkung auf das Gesamtsystem im Blick zu haben.

Beckmann abschließend: „Das Gymnasium ist Teil des gesamten Schulsystems und keine Einrichtung, die quasi isoliert neben dem restlichen System stehen darf. Daher darf das Gymnasium nicht ausschließlich auf die Schülerinnen und Schüler hin konzipiert sein, die es vom 5. Jahrgang an besuchen.“

 

  

www.vbe-nrw.de

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