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Johannes Müller: Jungenförderung ist heute eine Frage sozialer Gerechtigkeit

 

Mainz, 27. Mai 2008

 

PD 12/2008

 

 

Schulpolitik / Förderung von Jungen / PK von Bildungsministerin Ahnen:

 

Johannes Müller: Jungenförderung ist heute eine Frage sozialer Gerechtigkeit

 

VBE unterstützt Modellprojekt der Landesregierung zur gezielten Förderung von Jungen in Schule und Unterricht

 

„Der jetzt von der Landesregierung vorgestellte Modellversuch zur Förderung von Jungen in unseren Schulen sehen wir als richtigen Schritt an, die Bildungschancen von Jungen zu verbessern und sie nicht von vornherein zu „Verlierern“ in unseren Schulen und bei den Abschlüssen werden zu lassen. Jungen brauchen eine gezielte Förderung – so wie Mädchen auch. Das haben wir offensichtlich über die – unbestritten notwendige - Förderung von Mädchen in den vergangenen Jahren ganz vergessen. Insofern unterstützt der VBE Rheinland-Pfalz die Bemühungen der Landesregierung, im Rahmen eines Modellversuchs die Jungenförderung an Grundschulen zu verbessern und effektiver zu gestalten.

Allerdings ist Jungenförderung ein Thema auch für das übrige Schulsystem. Hier sind die Defizite in der Förderung männlicher Jugendlicher ebenso gravierend wie im Grundschulbereich. Und sie schlagen sich erheblich im Leistungsniveau und in der Motivationshaltung der Jugendlichen nieder. Insofern hat Jungenförderung in der Grundschule eine präventive Wirkung für alle Schulen. Wir sind deshalb gespannt auf die Ergebnisse des Modellversuchs und deren Auswirkungen!“

Mit dieser Stellungnahme äußerte sich der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Rheinland-Pfalz, Johannes Müller, zur heutigen Pressekonferenz von Bildungsministerin Doris Ahnen zum Thema „Gezielte Förderung von Jungen in Grundschulen“. Die Bildungsministerin stellte darin einen Modellversuch an Ganztagsgrundschulen vor. Sein Ziel ist, pädagogische Konzepte zu entwickeln, die es Lehrerinnen und Lehrern ermöglichen, besser auf die pädagogischen Bedürfnisse von Jungen und männlichen Jugendlichen eingehen zu können.

Der VBE-Landesvorsitzende machte deutlich, dass heute Jungen in der Grundschule kaum noch mit männlichen Lehrkräften in Kontakt kommen. Damit gingen ihnen auch männliche Vorbilder verloren. - Alle Versuche, den Lehrerberuf an Grundschulen auch für Männer wieder attraktiver zu gestalten, seien bislang gescheitert, so Johannes Müller. „Das liegt aus unserer Sicht auch daran, dass im Schulsystem die Verdienstmöglichkeiten gerade im Grundschulbereich schlechter als im Bereich der übrigen Schulstufen sind. Frauen kompensieren nach unserer Wahrnehmung dieses Defizit eher noch mit der relativ guten Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Männer akzeptieren die unbegründete Differenz zwischen den Gehältern in Grundschulen und den weiterführenden Schulen seit langem nicht mehr!“

Wenn auch dieses Ungleichgewicht bei der Lehrkräftebezahlung nicht ursächlich sei für die schulischen Probleme von Jungen, so sei dies doch ein wichtiger Faktor, die Rahmenbedingungen für ein besseres Gleichgewicht der Geschlechter bei den Lehrkräften an den Schulen zu fördern. „Und das schafft auch mehr soziale Gerechtigkeit für Jungen in der Schule“, so der VBE-Landesvorsitzende.

 

 

 

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