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Junge Lehrer braucht der Freistaat – unbefristet, ohne Wenn und Aber

 

Gen Westen – oder zum Arbeitsamt. Vor dieser Perspektive standen auch in diesem Jahr hoch qualifizierte und motivierte junge Lehrer nach ihrer Ausbildung im Freistaat Sachsen.

130 junge Mittelschul- und Gymnasiallehrer bekommen nun doch noch eine Einstellungschance. Dies wurde möglich durch die große Bereitschaft der Mittelschul- und Gymnasiallehrer, in freiwilliger Teilzeit zu arbeiten. Der Sächsische Lehrerverband begrüßt die heutige Entscheidung des Haushalt- und Finanzausschusses als wichtiges Signal, um dem absehbaren Lehrermangel vorzubeugen.

 

„Allerdings kommt dieses Signal nur halbherzig und viel zu spät,“ kritisiert Katrin Mulcahy, Pressesprecherin des Sächsischen Lehrerverbands. „Drei Wochen vor Schuljahresbeginn hat die Mehrheit der jungen Kollegen längst eine Anstellung in westlichen Bundesländern gefunden. Dort locken bessere Arbeitsbedingungen, Verbeamtung, höheres Einkommen und ganz allgemein das Gefühl: Lehrer werden gebraucht und geachtet. Diese jungen Lehrer hofft die sächsische Staatsregierung nun mit einem befristeten Arbeitsvertrag, gültig für ein Jahr, zur dauerhaften Rückkehr nach Sachsen zu bewegen. Das erscheint etwas naiv und wenig aussichtsreich.“

 

Bis 2020 geht nahezu die Hälfte der 34.000 sächsischen Lehrkräfte in den Ruhestand. Massiver Lehrermangel ab 2013 ist vorprogrammiert, zumal die Anzahl immatrikulierter Lehramtsstudenten nach Angabe der Universitäten drastisch zurückgeht.

 

Der Sächsische Lehrerverband fordert eine konsequente, gezielte Strategie, um den Lehrernachwuchs im Freistaat zu halten, damit die Unterrichtsversorgung und Bildungsqualität auch künftig gesichert sind:

 

• Gezielte, am Fächerbedarf orientierte Lehrerausbildung,

• Lehrerstudium und Referendariat an mehreren Hochschul-Standorten,

• Einstellungsgarantien für Lehramtsstudenten mit Mangelfächern,

• Schaffung eines Einstellungskorridors durch flexible Ruhestandslösungen älterer Lehrkräfte,

• Frühzeitiges Bewerbungs- und Einstellungsverfahren – nicht erst im Juni,

• Gerechte Eingruppierung durch bundeseinheitliche Entgeltordnung bzw. Verbeamtung,

• Senkung der Pflichtstundenzahl,

• Beibehaltung der günstigen Schüler-Lehrer-Relation

 

 

 

Bei Rückfragen: Jens Weichelt, Tel.: 0176-45051703

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