Radebeul - Für kommenden Freitag (27.2.2009) ruft der Sächsische Lehrerverband erneut zu Warnstreiks an allen sächsischen Schulen auf. Grund ist die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber bei den laufenden Tarifverhandlungen.
Das „Angebot“ der Arbeitgeber, das am 14. Februar nach der dritten Verhandlungsrunde erst in der darauffolgenden Pressekonferenz einen gewissen offiziellen Charakter erlangte, ist ein Scheinangebot.
4,2 Prozent klingen wie ein Kompromiss, sind aber eine Mogelpackung. Weil sie erst zur Jahresmitte wirksam werden sollen, bedeutet das für 2009 praktisch eine Lohnerhöhung von lediglich 2,1 Prozent. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll nach den Vorstellungen der Arbeitgeber zwei Jahre betragen, das schließt für 2010 eine weitere Lohnerhöhung aus und bedeutet damit eine Nullrunde.
„Angesichts der milliardenschweren Schutzschirme, die die Politik über Banken und Unternehmen aufspannt, ist dieses Angebot eine Ohrfeige für die sächsischen Lehrer und ihre hervorragenden Leistungen. Sie sind empört, mit welcher Gelassenheit Herr Möllring (Verhandlungsführer der Arbeitgeber) einen Streik im Öffentlichen Dienst und damit auch im Schulbereich in Kauf nimmt“, sagt Jens Weichelt, Vorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes.
Bereits Anfang Februar 2009 waren über 20.000 Lehrer an über 1.000 Schulen in den Warnstreik getreten. 11.000 Lehrerinnen und Lehrer hatten am 4. Februar auf der vom Sächsischen Lehrerverband und der dbb tarifunion organisierten Protestkundgebung vor dem Finanzministerium in Dresden eindrucksvoll demonstriert, dass sie hinter der 8-Prozent-Forderung stehen.
Auch am 27. Februar soll es wieder eine Kundgebung vor dem sächsischen Finanzministerium geben.
„Damit wollen die Kolleginnen und Kollegen noch einmal klar machen, dass sie sich mit dem von den Arbeitgebern in der dritten Verhandlungsrunde unterbreiteten Angebot keinesfalls abspeisen lassen, das bis Ende 2010 auf Reallohnverluste hinausliefe“, sagt Frank Stöhr, Vorsitzender der dbb tarifuion, der auf der zentralen Kundgebung am Freitag in Dresden sprechen wird.
Ralph Tauscher
Pressesprecher des SLV
Bei Rückfragen: Jens Weichelt, Landesvorsitzender des SLV und Mitglied der Verhandlungskommission: 0176 4505 1703