26.01. - 29.01.2020 - Holocaust Gedenktag

75 Jahre Auschwitz-Befreiung – Tagung vom 26.-29.01 2020 in Krakau/Auschwitz

„Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“
Theodor W. Adorno, dt. Philosoph (1966)

„Auschwitz ist nicht vom Himmel gefallen.“
Marian Turski, Zeitzeuge (27.01.2020)

Die VBE-Delegation mit Susann Meyer, Udo Beckmann und Tomi Neckov nahm an der Konferenz zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz teil. Eine Führung durch das Auschwitz-Museum und die Teilnahme an der Gedenkfeier zum 75. Jahrestag der Befreiung bot die Grundlage für das anschließende Seminar. An diesem Seminar mit den polnischen, österreichischen, israelischen und deutschen Lehrergewerkschaften wurden Ideen gesammelt, wie das Thema in die Schulen gebracht werden kann. 

Leider leben immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die den Holocaust selbst miterleben mussten und hiervon berichten können. Zudem sagen 84 Prozent der Deutschen, sie wissen nichts oder nur sehr wenig über den Holocaust. Das Thema spielt in der Lehrer-, -fort- und -weiterbildung bislang eine eher untergeordnete Rolle.

Grundsätzlich wichtig ist die Verteidigung von Menschenrechten, die Förderung der Demokratiebildung, die Vermittlung von Grundwerten, die Werteorientierung und auch die Bereitschaft, sich mit dem Holocaust aktiv auseinandersetzen. Eine pädagogisch adäquate Konfrontation in den Schulen mit dem Holocaust ist notwendig, Materialien in den Archiven und Unterrichtsmaterialien sind ausreichend vorhanden. Die Gedenkstättenarbeit sollte in allen Ländern fester Bestandteil des Lehrplans an allen Schularten sein, ebenso sollten Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Ausbildung auf die Thematik vorbereitet werden. Projekte an Schulen, in denen die Schülerinnen und Schüler Lebensgeschichten von verfolgten jüdischen Lehrkräften oder Kindern, die in Konzentrationslagern waren, aufgearbeitet werden, sind Möglichkeiten, das Thema den Jugendlichen in der heutigen Zeit näherzubringen. Praxisorientierte Methoden wie Lapbooks oder Leporellos können helfen, die verschiedenen Aspekte des Holocaust aufzuarbeiten. Auch die Gründung eines deutsch-israelischen Jugendwerks wäre eine Möglichkeit, um die Auseinandersetzung mit dem Thema auch zwischen Nationen und Religionen zu fördern.

Tomi Neckov, 29.01.2020