Haltung zählt: Bildung gegen jede Form von Extremismus

Wir beobachten zunehmend eine Verrohung der Sprache und Umgangsformen. Deshalb hat sich der VBE Bundesverband per Beschluss der VBE Bundesversammlung im November 2016 hinter das von dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) initiierten "Manifest: Haltung zählt" gestellt. Im darauffolgenden Jahr hat die Bundesversammlung eine Position verabschiedet, dass sich der VBE Bundesverband basierend auf dem Manifest dafür einsetzen möge, die Bedingungen für die Demokratieerziehung wesentlich zu verbessern. Auch aus diesem Grund hat der VBE Bundesverband gemeinsam mit den VBE Landesverbänden aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg eine repräsentative Umfrage von forsa zur Werte- und Demokratieerziehung beauftragt und im November 2018. In einer Position spricht sich die Bundesversammlung dafür aus, die Bedingungen entsprechend der Ergebnisse zu verändern.

Ein weiteres Anliegen in diesem Kontext ist es dem VBE, sich klar für alle Kräfte, die hinter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen, diese schützen und respektieren, auszusprechen - und gegen jede Form von politischem oder religiösem Extremismus. Deshalb hat die VBE Bundesversammlung auf ihrer Sitzung im November 2018 eine Position für Bildung gegen jede Art von Extremismus verabschiedet.

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Positionstext

Haltung zählt: Bildung gegen jede Form von Extremismus

Der VBE steht uneingeschränkt zur freiheitlich demokratischen Grundordnung. Er akzep­tiert Meinungen in der Breite des demokratischen Spektrums. Das impliziert, dass sich der VBE klar gegen Aussagen und Standpunkte außerhalb dieses Spektrums positioniert.

Der VBE lehnt jede Form von Extremismus ab. In diesem Sinne bekennt er sich auf der Basis der freiheitlich-demokratischen Grundord­nung:

  • zu den im Grundgesetz verankerten Grundrechten,
  • gegen jegliche Diskriminierung,
  • zur historischen Verantwortung Deutschlands,
  • gegen jede Form von Gewalt, sei es durch Tat, Planung, Aufruf oder Duldung.

Für den VBE sind Toleranz und Respekt gegenüber anderen sowie gewaltfreie Kommuni­kation elementare Grundlagen unserer Gesellschaft und Demokratie. Mit Besorgnis neh­men der VBE und seine Landesverbände eine zunehmende Verrohung der Sprache und der Umgangsformen bis hin zur Gewalt in Deutschland wahr. Wer Ängste schürt und Miss­trauen sät, untergräbt die Grundfesten der Demokratie und ihrer Institutionen.

Bei aller Vielfältigkeit, die eine Gesellschaft braucht, gibt es nicht verhandelbare Grund­prinzipien. Deshalb müssen wir Verantwortung übernehmen für die Gesellschaft, in der wir leben wollen, indem wir Haltung zeigen! Aus diesem Grund unterstützt der VBE Bundes­verband und alle Landesverbände das Manifest: Haltung zählt!, das der bayerische Lan­desverband des VBE, der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), initiiert hat.

Jede Generation muss lernen und die Möglichkeit dazu haben, demokratische Prinzipien, Werte, Ideen und grundlegende Konzepte von Rechten und Pflichten auszuüben. Insbe­sondere Lehrerinnen und Lehrer sind gefordert, Schülerinnen und Schüler dabei zu unter­stützen und zu ermutigen, sich zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern mit einem positiven Demokratieverständnis zu entwickeln. Nur so werden sie immun gegen extremistische An­sichten. Anstatt also Ängste zu schüren und Schuldige zu suchen, ist es unser Ziel, in ei­nem wertschätzenden und offenen Miteinander gemeinsame Lösungen zu finden und un­sere Demokratie zu schützen.

Der VBE befürwortet:

  • die Befähigung von Schulleitungen, Lehrkräften und anderem pädagogischem Per­sonal, gemeinsame Werte zu vermitteln und im interkulturellen Dialog und der Viel­falt innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers umzugehen,
  • kultursensitive Lerninhalte, die unterschiedliche Perspektiven widerspiegeln,
  • eine stärkere Einbeziehung und Vernetzung von Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern, Eltern und Lernenden innerhalb des Schullebens, um demokratische Lernumgebungen zu unterstützen (demokratische Schulkultur).

Der VBE hält es für unerlässlich:

  • ausreichende und nachhaltige Investitionen in die Lehrerausbildung und die konti­nuierliche berufliche Entwicklung zu fördern, um Lehrkräfte in Fragen der politi­schen Bildung zu unterstützen,
  • einen gleichberechtigten Zugang zu qualitativ hochwertiger und integrativer Bildung und Chancengerechtigkeit für alle zu gewährleisten,
  • e klare Vision der gesamten Schulgemeinschaft zu entwickeln über den Umgang mit Radikalisierung und Extremismus im Bildungskontext.