Schulbau

Investitionen in Schulbau

Wird in Schulbau investiert, ist der Fokus noch immer auf der funktionellen Erweiterung oder Instandhaltung des Gebäudes. Der Verband Bildung und Erziehung setzt sich gemeinsam mit dem Bund Deutscher Architekten und der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft dafür ein, pädagogische Aspekte stärker zu fokussieren.

Zusammen haben die drei Institutionen die [Schulbauleitlinien] entwickelt. Die dritte Auflage wurde im Rahmen eines Schulbausymposiums veröffentlicht. Hier sprachen sich die Teilnehmenden für ein neues Förderverständnis von Schulbau aus. Dieses Papier wird von der [VBE Bundesversammlung] unterstützt.

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Positionstext

Neues Förderverständnis für Investitionen in Schulbau

Der VBE setzt sich dafür ein, dass sich der Bundesverband weiter intensiv dafür einsetzen möge, dass der Bau und die Sanierung von Schulen nicht nur quantitativen Ansprüchen gerecht werden muss, sondern auch qualitative, pädagogische Anforderungen berücksichtigen muss.

Zur Verfolgung dieses Ansatzes stellt sich die Bundesversammlung hinter das gemeinsam vom VBE Bundesverband, der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und dem Bund Deutscher Architekten erarbeitete Positionspapier für ein neues Förderverständnis.

Im Kontext des 32 Milliarden Euro hohen Investitionsstaus für Schulen (Berechnungen der KfW-Bank von 2017) und steigender Schülerzahlen werden überall in Deutschland Sanierungsmaßnahmen durchgeführt und Schulbauprojekte beschlossen. Damit der Raum als 3. Pädagoge beachtet und mitgedacht wird, ist es wichtig, eine neue Förderkulisse bereitzustellen und die im gemeinsamen Positionspapier verfassten Grundsätze zu befolgen.

Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Bund Deutscher Architekten und Verband Bildung und Erziehung fordern zentrale Kriterien für die Förderung von Investitionen in den Schulbau und die -sanierung. Denn Schulbauten müssen an veränderte pädagogische Anforderungen angepasst und entsprechend der aktuellen technischen, energetischen und ökologischen Standards erneuert oder ersetzt werden können. Für die Förderung muss gelten:

Einfache Förderkulisse bereitstellen

Förderprogramme müssen bestmöglich vernetzt, niederschwellig zugänglich und durch fachlich kompetente Ansprechpersonen betreut sein. Behörden müssen dafür spartenübergreifend zusammenarbeiten. Förderfristen und -laufzeiten müssen auf Planung und Bau abgestimmt werden.

Innovation ermöglichen

Förderprogramme müssen gezielt Anreizsysteme einsetzen, um Innovation zu belohnen und zu fordern. Starre Vorgaben hingegen verhindern Neuerungen.

Schulbau als Schulentwicklungsprozess

Vorgelagert und begleitend muss ein schlüssiges pädagogisches Gesamtkonzept entwickelt werden, das aufzeigt, wie Schulbau oder –sanierung zur optimalen Umsetzung von individueller Förderung, Inklusion, Integration, Digitalisierung und Ganztag beiträgt.

Einbindung aller Beteiligten

Die Phase Null ist verbindlich. Kommunikationsprozesse mit allen Beteiligten müssen gefördert werden. In dem Entwicklungs- und Planungsprozess muss interne und ggf. externe pädagogische und architektonische Expertise eingebunden werden. Im Planungsprozess wird eine externe Moderation in der Begleitung eines Schulbauberatungsteams empfohlen. Bei kurzfristig umzusetzenden baulichen Realisierungen ist dieser Prozess in der Planungs- und Bauerstellungszeit begleitend durchzuführen.

Nachhaltig planen und bauen

Projekte müssen auf nachhaltiges, ressourcenschonendes und wirtschaftliches Planen, Bauen und Nutzen ausgelegt sein. Es braucht multi-modale Planungen. Entsprechende Förderprogramme sind auf weitere Förderungen zwingend abzustimmen.

Quartierseinbindung

Es braucht eine angemessene städtebauliche und nutzungsrelevante Einbindung der Schule in das Quartier. Schulbau ist Bestandteil der Stadtentwicklung. Auch hier sind laufende oder neu zu konzipierende Fördermittel mit anderen Förderprogrammen abzugleichen.

Aus Erfahrung lernen

Geförderte Projekte müssen evaluiert werden. Erfahrungen sind zu nutzen.