Bildungsfinanzierung Bildungsgerechtigkeit

Lehren aus Corona-Zeiten

Lehren aus der Corona-Zeit

Lehre (1): Die Kommunikation mit den Kultusministerien und ihrem Zusammenschluss auf Bundesebene, der Kultusministerkonferenz (KMK), ist weiter optimierungsbedürftig. Damit die Verbände an Entscheidungsprozessen und der Erarbeitung von Vorgaben angemessen partizipieren können, ist es notwendig, dies einzufordern – auch mit Verweis darauf, dass dies die demokratisch legitimierten Vertretungen der Lehrkräfte sind. Auch wenn wir der Ermöglichung des Präsenzunterrichts hohe Priorität einräumen, muss stets der Arbeits- und Gesundheitsschutz im Fokus aller Überlegungen stehen.

Lehre (2): Es ist dringend notwendig, dass die KMK ihr Rahmenkonzept und die darin enthaltenen Szenarien ganz konkret Infektionslagen zuordnet. So entsteht auf der Ebene der Kommunen und Bezirke eine verbindliche Handlungsempfehlung, die der Öffentlichkeit zugänglich ist und transparent macht, welche Maßnahmen unter welchen Bedingungen in den Schulen ergriffen werden müssen. Alle umzusetzenden Maßnahmen müssen sich an den zur Verfügung stehenden Ressourcen orientieren.

Lehre (3): Die mangelhafte personelle Ausstattung mit Lehrkräften wirkt sich in Krisenzeiten trotz allem Engagements der vorhandenen Pädagoginnen und Pädagogen verstärkend auf den Zusammenhang von Bildungschancen und sozioökonomischem Hintergrund aus und verhindert die angemessene individuelle Förderung aller Kinder. Der VBE wird daher stetig die Versäumnisse der Politik offenlegen und von der KMK ein umfassendes und nachhaltiges Konzept zur Gewinnung von Lehrkräften einfordern.

Lehre (4): Multiprofessionelle Teams sollten flächendeckend bedarfsgerecht eingeführt werden, um die Lehrkräfte unter anderem dabei zu unterstützen, ggf. entstandene Lerndefizite stärkenorientiert auszugleichen und die Schülerinnen und Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten zu fordern und zu fördern.

Lehre (5): Es wurden hohe Summen in den Konjunkturprogrammen und als Erweiterung des Digitalpakts bereitgestellt, um die Ausstattung mit digitalen Endgeräten und einer Internetverbindung sicherzustellen. Es ist nun notwendig, eine Fortbildungsoffensive umzusetzen, in der Lehrkräfte mit quantitativ ausreichenden, qualitativ hochwertigen und zumindest einem Anteil an digital vermittelten Lerninhalten auf die Aufgabe vorbereitet werden, das „Lernen in der digitalen Welt“ zu begleiten.

Lehre (6): Es braucht Wertschätzung für die neu erworbenen Kompetenzen, wie zum Beispiel Eigenständigkeit und Resilienz der Schülerinnen und Schüler statt starrer Curricula. Freiräume für Gespräche und die Verarbeitung des aktuellen Geschehens in musisch-kreativen Fächern sind essenziell.