Berlin, Lehrerbildung/-mangel

Lehrermangel – KMK hat endlich ausgeschlafen

„Acht Jahre hat die Kultusministerkonferenz gebraucht, um sich dem Problem Lehrermangel zu stellen“, erklärt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann zu den gestern beschlossenen „Gemeinsamen Leitlinien der Länder zur Deckung des Lehrkräftebedarfs“. „Von Entscheidungsfreude kann man hier wirklich nicht mehr sprechen“, so Beckmann. „Es ist Feuer unter dem Dach. Mehr als jede zweite Lehrperson ist mindestens 50 Jahre alt. Das Pensionierungsproblem kündigt sich seit 2001 massiv an. Nur jede zweite ausscheidende Lehrperson kann durch einen Berufseinsteiger ersetzt werden. Wir stehen vor einem gewaltigen Lehrermangel.“

Als „Schritt in die richtige Richtung“ bewertet der VBE-Bundesvorsitzende „die Absicht der Kultusminister, auf rücksichtslose Abwerbung von Lehrerinnen und Lehrern aus anderen Bundesländern zu verzichten“. Der VBE begrüße diese Absage an Wild-West-Personalpolitik und hoffe auf eine Rückkehr der Länder zum kooperativen Föderalismus.

Zur beabsichtigten Stärkung der Lehrerbildung an den Hochschulen betont Udo Beckmann: „Die Länder drücken sich um eine bundesweite Vereinbarung, damit alle Lehramtsstudiengänge zu einem vollen Masterabschluss mit 300 Leistungspunkten führen. Studierenden der Lehrämter für Grundschule und Sekundarstufe I wird dieser Master in fast allen Bundesländern derzeit vorenthalten. Der VBE erwartet dazu eine eindeutige Positionierung der KMK.“