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Berlin,

Ludwig Eckinger wurde Ehrenvorsitzender des VBE

Ludwig Eckinger, der von 1993 an 16 Jahre Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) war, wurde die Ehrenmitgliedschaft und der Titel „Ehrenvorsitzender des VBE" verliehen.

Auf der heutigen Festveranstaltung des VBE in Berlin würdigte Udo Beckmann, seit Mitte März Bundesvorsitzender des VBE, vor über 160 namhaften in- und ausländischen Gästen aus Politik, Schule, Wissenschaft und Medien, „Ludwig Eckinger hatte immer im Blick, dass Bildung ein Thema ist, das weder in die Mühlen parteipolitischer Querelen noch länderspezifischer Eitelkeiten geraten darf". Er habe stets das Gemeinsame und nicht das Trennende zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit gemacht.

Gäste der Festveranstaltung waren auch KMK-Präsident Henry Tesch, der Präsident des Europäischen Gewerkschaftskomitees für Bildung und Wissenschaft (EGBW) Ronnie Smith, der Bundesvorsitzende des dbb Beamtenbund und Tarifunion Peter Heesen, der Vorsitzende der österreichischen Gewerkschaft der Pflichtschullehrerinnen und -lehrer GÖD Walter Riegler, der Zentralpräsident des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH Beat W. Zemp und die Vorsitzenden der deutschen Lehrergewerkschaften und -verbände Ludwig Eckinger erklärte in seinem Dank: „Ich habe versucht – die nachwachsende Generation stets im Blick – unsere Profession zu beschreiben, zu schützen und zu stärken. Viele Weggefährten stützten und stützen meinen Optimismus, dass die Gedanken Flügel bekommen und, wenn ihre Zeit gekommen ist, richtig mächtig sein können."

Beckmann dankte Eckinger für dessen „kompromisslosen Einsatz für die Lehrerinnen und Lehrer". Eckinger habe den Satz „Alle Lehrer sind Lehrer" geprägt und zum Credo des VBE gemacht. „Unterschiedlich lange Ausbildungszeiten, unterschiedlich hohe Gehälter, unterschiedliche Berufsauffassungen", so Beckmann, „prägen in Deutschland den Lehrerberuf. Unsere demokratische Gesellschaft pflegt hier immer noch ständisches Denken. Noch immer gilt der Grundsatz, dass die Arbeit mit den Kleinsten am wenigsten wert ist und dafür die kürzeste Ausbildung reicht. Diesen im internationalen Vergleich deutschen Sonderweg hat Ludwig Eckinger nie akzeptiert und, ich betone, der VBE wird das auch nie akzeptieren. Hinzu kommt noch, dass die Arbeit in unterschiedlichen Schulformen der Sekundarstufe I zwar immer als gleichwertig hingestellt wird, aber dem Staat nicht gleich viel wert ist." Eckingers Beharrlichkeit in dieser Frage habe mit dazu beigetragen, dass ein Durchbruch geschafft sei. „NRW hat kürzlich ein neues Lehrerausbildungsgesetz verabschiedet, das für alle Lehrämter eine gleich lange Ausbildung vorsieht. Das ist ein entscheidender Schritt hin zur Gleichwertigkeit der Lehrämter", sagte Beckmann. „In Sachsen sollen alle Lehramtsstudiengänge zu einem Masterabschluss mit 300 Leistungspunkten führen. Und in Berlin sieht alles danach aus, dass es ein einheitliches Lehramt geben wird."

Als „klare Botschaft an die Politik" bekräftigte Bundesvorsitzender Beckmann, der VBE werde unbequem bleiben und in den Ländern und auf Bundesebene für wirkliche Bildungsgerechtigkeit und für die Gleichwertigkeit der Profession weiter streiten.

KMK-Präsident Henry Tesch würdigte Ludwig Eckinger als „wichtigen und verlässlichen Gesprächspartner der Kultusministerkonferenz". Eckinger habe mit Erfolg gegen ein negatives Image des Lehrerberufes angesteuert. Bundesbildungsministerin Annette Schavan dankte in ihrer Videobotschaft für die enge und konstruktive Zusammenarbeit mit Ludwig Eckinger. Er sei die Stimme der Lehrerinnen und Lehrer, die der Öffentlichkeit immer wieder ins Bewusstsein rief, dass Lehrerinnen und Lehrer Teil des Ganzen seien und Schulen Orte sein müssten, die jeder gern aufsuche.

Das Wirken Ludwig Eckingers im Deutschen Beamtenbund dbb, der Dachorganisation des VBE, wurde vom dbb-Vorsitzenden Peter Heesen gewürdigt. Ludwig Eckinger habe als Vorsitzender der dbb-Fachkommission Schule, Bildung, Wissenschaft wesentlichen Anteil daran, dass die Lehrerverbände und -gewerkschaften zu konstruktiver Zusammenarbeit gefunden haben, sagte Heesen. Damit sei eine solide Basis für das Finden eines gemeinsamen Weges und auch für die Zusammenarbeit mit der KMK geschaffen worden.

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Ludwig Eckinger war vom 12. November 1993 bis 14. März 2009 VBE-Bundesvorsitzender.

Geboren am 10. Mai 1944 in Aigen am Inn (dem heutigen Bad Füssing), wurde Ludwig Eckinger an der Pädagogischen Hochschule Regensburg zum Volksschullehrer ausgebildet. Nach seinem Staatsexamen an der Hauptschule Kelheim arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Regensburg und promovierte nach einem Aufbaustudium in den Fächern Pädagogik und politische Wissenschaften zum Dr. phil. An der Universität Regensburg war er Lehrbeauftragter, wissenschaftlicher Assistent und Studienberater für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen.

Zwölf Jahre, bis 1994, war er Rektor der Grundschule Saal an der Donau. Ludwig Eckingers politisches Engagement geht bis auf seine Studienzeit zurück. Er war AStA-Vorsitzender, hatte führende Funktionen in der Arbeitsgemeinschaft bayerischer Junglehrer (ABJ) und im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV). Bis Mai 2007 war er 1. Vizepräsident des BLLV. Seit 1996 war er Mitglied der Expertenkommission Schule, Bildung, Wissenschaft des dbb Beamtenbund und Tarifunion und von 2000 bis Ende März 2009 deren Vorsitzender.

Auf der internationalen Ebene war Ludwig Eckinger über viele Jahre Mitglied der Europa-Vorstände des Europäischen Gewerkschaftskomitees für Bildung und Wissenschaft (EGBW) und der Education International (EI) sowie Mitglied der Pan-Europa-Kommission von EI und EGBW.

2006 wurde Ludwig Eckinger das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.