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Berlin, Lehrerbildung/-mangel

VBE zur aktuellen PISA-Sonderauswertung der OECD

„In der Sekundarstufe und auch in der Grundschule muss das Augenmerk viel mehr als bisher auf das Problem geschlechtsbezogener Leistungsunterschiede gelegt werden“, sagt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann aus Anlass der heute bekannt gewordenen PISA-Sonderauswertung der OECD. Beckmann macht zugleich klar, der VBE halte nichts von einer Einschränkung koedukativen Unterrichts. Vielmehr müsse das gemeinsame Lernen von Mädchen und Jungen so organisiert werden, dass Stärken und Schwächen nicht in geschlechtsbezogene Vorurteile mündeten.

Beckmann betont: „In der Lehreraus- und -fortbildung muss mehr als bisher auch der Aspekt geschlechterbezogener Pädagogik aufgenommen werden. Es genügt nicht, wenn die Kultusminister das Prinzip des individuellen Förderns und Forderns verkünden. Es müssen auch gezielte Angebote für Lehrerinnen und Lehrer gemacht werden.“

Als „gravierendes Problem“ bezeichnet der VBE-Bundesvorsitzende „die unausgewogene Zusammensetzung der Lehrerschaft nach Geschlecht“. „Der Lehrerberuf entwickelt sich inzwischen in allen Schulformen immer mehr zu einem reinen Frauenberuf“, so Beckmann. „Besonders in Grundschulen gibt es immer mehr Kollegien, die ausschließlich weiblich sind. Ebenso sind in Kindergärten Erzieher die absolute Ausnahme. Wenn man dann noch bedenkt, dass immer mehr Kinder bei alleinerziehenden Müttern aufwachsen, haben Schülerinnen und Schüler über lange Jahre fast nur weiblichen Kontakt. Das kann keine Pädagogik ausgleichen.“ Beckmann abschließend: „Berufe im Bildungsbereich müssen von der Gesellschaft eine hohe Anerkennung erfahren, damit sie von beiden Geschlechtern gleichermaßen angewählt werden.“