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Berlin, Bildungsfinanzierung Bildungsgerechtigkeit

VBE fordert Ganztagsschuloffensive II

„Der VBE fordert von der Bundesregierung eine zweite Ganztagsschul-offensive“, betont Bundesvorsitzender Udo Beckmann. „Das Geld muss endlich gebündelt für mehr Bildungsgerechtigkeit eingesetzt werden und darf nicht in die Taschen privater Bildungsträger kleckern.“ Insbesondere mehr Ganztagsschulen würden die Diskussion um Zuschüsse für Schulmittagessen und private Nachhilfe überflüssig machen. Schüler und Eltern bekämen verlässliche Strukturen. „Ein Ausbau der Ganztagsschulen macht nicht nur ein anderes Lernen, sondern auch mehr individuelle Förderung möglich und dies für alle Kinder und Jugendlichen“, so der VBE-Bundesvorsitzende. Beckmann hat sich entsprechend an Bundeskanzlerin Merkel gewandt.

Beckmann kritisiert das Bildungspaket für Kinder aus Hartz-IV-Familien, das morgen im Bundeskabinett auf der Tagesordnung steht: „Individuelle Förderung in die Schulgesetze schreiben und gleichzeitig Bundesmittel einsetzen, damit auch Kinder aus armen Familien sich unter bestimmten Bedingungen private Nachhilfe leisten können, ist ein eigenartiges Verständnis von Bildungsgerechtigkeit und diskriminierend zugleich.“ Ebenso falsch sei es, mit Bundesmitteln Berufsberater aus freien Bildungsträgern zu gewinnen, die künftig die individuelle Förderung schulabschlussgefährdeter Schüler übernehmen sollen. „Eine solche Stückwerk-Politik ist Augenauswischerei“, konstatiert Beckmann. „Weder können auf diesem Wege die Zahl der Schulabbrecher auf vier Prozent gesenkt werden, noch erhöhen sich die Bildungschancen benachteiligter Kinder.“

Beckmann weiter: „Das Kooperationsverbot von Bund und Ländern im Bildungsbereich muss rückgängig gemacht werden. Der VBE unterstützt deshalb entsprechende Initiativen.“ Das Kooperationsverbot führe dazu, dass der direkte Zufluss in die Länder nicht sein dürfe. Deshalb gehe die Bundesregierung untaugliche Umwege, die zur Folge hätten, dass der Privatisierung von Bildungsangeboten verstärkt Vorschub geleistet werde. „Jede privat oder staatlich finanzierte Nachhilfestunde ist ein Armutszeugnis für das staatliche Schulsystem“, warnt Beckmann. „Bildungsgerechtigkeit zu schaffen, muss bedeuten, das öffentliche Schulwesen so auszustatten, dass individuelle Förderung allen Schülerinnen und Schülern zu gute kommen kann und private Nachhilfe überflüssig wird.“