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Berlin,

Eltern sollten Kinder nicht bei „DSDS Kids“ anmelden

Casting-Shows sind nichts für Kinder

Mit Unverständnis reagiert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) auf die Nachricht, dass laut RTL-Angaben bereits 20.000 Bewerbungen für das neue Show-Format des Senders vorliegen sollen. „Kinder einem Millionen-Fernseh-Publikum zu präsentieren, ist nicht zu deren Wohl.“, kritisiert VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann.

„Kinder verstehen in diesen jungen Jahren noch nicht, welche Folgen so ein Fernsehauftritt später für sie haben kann.“, so Beckmann. Das Internet vergesse nicht. Wenn Jahre später – in der Schule, der Uni oder beim Arbeitgeber – plötzlich ein Video von vor vielen Jahren auftauche, könne das ernste Folgen für den weiteren beruflichen und persönlichen Lebensweg haben.

Außerdem befürchtet Beckmann, dass das Selbstbild der Kinder leiden könnte. „Kein Elternteil sagt dem eigenen Kind, dass es schlecht singt. Wenn aber später eine Jury oder ein Zuschauervoting jemanden als Sieger kürt, heißt das vor allem für kleine Kinder: Ich bin nicht gut genug. Der Knacks in einer kleinen Seele kommt dann schneller als man denkt.“ Einer solchen Konkurrenzsituation sind vor allem kleine Kinder nicht gewachsen, so Beckmann.

Der Quotenverfall der letzten Jahre bei Casting-Sendungen dürfe laut Beckmann nicht dazu führen, dass jetzt Kinder als neue Sänger- Zielgruppe erschlossen werden. „Kinder sollten spielen und toben dürfen – den Vergleich mit anderen lernen sie noch früh genug. Sie jetzt so vorzuführen, ist nicht im Sinne einer adäquaten Entwicklung.“, stellt Beckmann klar und appelliert an die Eltern, darauf zu verzichten, ihr Kind dort anzumelden. „Eltern sollten stark sein und dem Kind erklären, dass eine Teilnahme an so einer Show nichts darüber aussagt, wie wertvoll es ist.“ Außerdem dürften Eltern nicht das eigene Geltungsbedürfnis über das Wohl des Kindes stellen. Am Ende seien es schließlich die Kinder, die auf der Bühne stünden und mit der Ablehnung klar kommen müssten, aber nicht die Eltern, so Beckmanns Resümee.

Hintergrund: Das RTL-Format sieht vor, dass sich Kinder zwischen 4 und 14 Jahren – ähnlich wie bei der Original-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) – einem Publikum und einer Jury präsentieren. Der Gewinner soll laut Sender einen Geldpreis sowie ein Ausbildungs-Stipendium bekommen. Im Gegensatz zur Original-Sendung sollen die Auftritte der Kinder vorher aufgezeichnet werden.