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Berlin, Inklusion

Elternängste gegenüber Inklusion ernst nehmen

VBE zur 2. JAKO-O Bildungsstudie

Für „einen stetigen Dialog mit den Eltern“ setzt sich VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann ein. Mit Blick auf die heute vorgestellte 2. JAKO-O Bildungsstudie sagt Beckmann: „Die Studie offenbart, wie wichtig es ist, in einem stetigen Dialog mit den Eltern zu stehen, damit alle an Schule Beteiligten zu Gewinnern werden.“ Zu Recht würden Eltern bemängeln, dass bei Chancengleichheit, Förderung lernschwacher Kinder und Allgemeinbildung die Realität den Erwartungen der Eltern hinterherhinke.

„Nachdenklich macht die Elterneinstellung zum Thema Inklusion, dem gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern“, erklärt Beckmann. „Bei der Frage nach der Zielsetzung der Bildungspolitik nimmt die Inklusion nach Meinung der Eltern einen vorletzten Platz ein. Es zeugt von Unsicherheit und Ängsten, wenn Eltern sagen, sie befürworten zu fast 90 % das gemeinsame Lernen mit körperlich behinderten Kindern, aber nur zu 46 % das gemeinsame Lernen mit geistig und verhaltensauffälligen Kindern.“ Inklusion sei eine der Voraussetzungen, die Chancengleichheit ermögliche – nicht sofort, aber auf die Zukunft jedes einzelnen Kindes gesehen, so der VBE-Bundesvorsitzende. „Es liegt aber auf der Hand, dass Schule dafür auch die nötigen räumlichen, sächlichen und personellen Ressourcen bekommen muss. Die Realität sieht noch ganz anders aus.“

Beckmann weiter: „Erfreulich ist für den VBE, dass Eltern Lehrer sehr positiv bewerten. Sie haben offensichtlich die Erfahrung gemacht, dass Lehrer fachlich kompetente Partner im Bereich Bildung sind, die sich engagieren und die Kinder fördern und fordern. Aus Sicht der Eltern sind die Kompetenzen aber sehr traditionell verteilt: Lehrer sind für Fakten da, Eltern zum Vermitteln der Soft-Skills. Aufgabenteilung ist grundsätzlich eine gute Sache – doch im Sinne der Kinder müssen beide Parteien lernen, enger miteinander zu arbeiten.“