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Berlin,

Schluss mit Zweiklassengesellschaft nach Geschlecht

VBE zum internationalen Tag der Familie

„Das ständige Hohelied auf die Familie in Deutschland passt nicht zusammen mit den gravierenden Einkommensunterschieden von Männern und Frauen“, betonen VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann und Jutta Endrusch, Vorsitzende der VBE-Bundesfrauenvertretung, mit Blick auf den morgigen internationalen Tag der Familie.

„Der öffentliche Dienst muss seiner Vorbildfunktion endlich gerecht werden“, fordern Endrusch und Beckmann. „Beruf und Familie müssen vereinbar werden, ohne dass einem Partner Altersarmut droht. Lehrkräfte müssen bei gleicher Qualifikation unabhängig von Schulformen und Schulstufen einheitlich eingruppiert und alimentiert werden. Die Schlechterstellung gegenüber anderen akademischen Berufen im öffentlichen Dienst ist nicht hinnehmbar. Auch muss die unterschiedliche Bezahlung zwischen Tarifbeschäftigten sowie Beamten bei gleicher Qualifikation und gleichem Tätigkeitsbereich überwunden werden.“ Der VBE startete deshalb vor einem Jahr seine Initiative „Mehr Gerechtigkeit wa(a)gen“.

„Wenn sich nicht absehbar etwas ändert, droht vor allem Frauen massiv Altersarmut“, warnt Jutta Endrusch. „Durch familienbedingte Unterbrechungszeiten, Teilzeitbeschäftigung und bestehende Höchstaltersgrenzen für die Verbeamtung erfahren Frauen eine überproportionale Benachteiligung. Der VBE und seine Bundesfrauenvertretung fordern, mit diesem sozialen Ranking endlich Schluss zu machen“, bekräftigt Jutta Endrusch. „Teilzeitbeschäftigung, die meist gewählt wird, um die eigenen Kinder zu betreuen oder Familienangehörige zu pflegen, darf nicht mehr zur Kürzung von Anrechnungszeiten bei der Berechnung von Renten und Pensionen führen.“

Jutta Endrusch sagt: „Lehrerinnen arbeiten überwiegend an Grundschulen und diese pädagogische Arbeit steht entgegen aller bildungspolitischen Beteuerungen am unteren Ende der Gehaltsskala.“ Auch befänden sich insbesondere Frauen im Angestelltenverhältnis und in Teilzeit. Das verschärfe die Einkommenssituation der Frauen noch zusätzlich. „Diese Zweiklassengesellschaft in Lehrerkollegien ist nicht hinnehmbar.“ ­

Hintergrund:
Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 85 % der Grundschullehrkräfte weiblich. Während insgesamt 70 % der Lehrkräfte allgemeinbildender Schulen weiblich sind, beträgt der Frauenanteil bei den Teilzeitbeschäftigten 86 % und bei den nur stundenweise Beschäftigten 69 %. Während der Anteil bei den weiblichen Teilzeitbeschäftigten um ein Prozent zurückging, stieg er gleichzeitig bei den stundenweise Tätigen um sieben Prozent.

1993 beschloss die UN-Generalversammlung, jährlich am 15. Mai den internationalen Tag der Familie zu begehen.