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Berlin, Inklusion

VBE: Inklusion in der Schule lernen – und als Erwachsene weiterleben

Schulen dürfen keine Inklusions-Inseln sein

Die Inklusive Gesellschaft, in der behinderte und nicht-behinderte Menschen miteinander leben, ist noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen. Das bemängelt Udo Beckmann, der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) und beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie der Aktion Mensch.

Die Aktion Mensch hatte gemeinsam mit der Agentur Innofact im Februar 1.000 Menschen dazu befragt, wie sie Inklusion in ihrem Alltag erleben. Dabei hat jeder Dritte ausgesagt, er hätte gar keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Die meisten Kontakte gebe es, wenn überhaupt, am Arbeitsplatz.

„Das zeigt, dass dringend eine Veränderung in der Gesellschaft stattfinden muss“, sagt Beckmann. Alle gesellschaftlichen Gruppen müssten bereit sein, Behinderte aufzunehmen und sie als normal zu akzeptieren. Die Unterzeichnung der UN-Charta zur Inklusion sei die richtige Entscheidung gewesen, so Beckmann weiter. Er betonte: „Die gelebte Inklusion an Schulen ist der erste Schritt dazu.“ Sie wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn die Erwachsenen ihren Kindern auch Beispiel sind.

„Schulen dürfen keine Inklusions-Inseln sein“, fordert Beckmann. Fakt ist: Kinder, die hier die Gemeinsamkeiten mit ihren behinderten Freunden entdecken und mit ihnen aufwachsen, stellen eine wichtige Stufe zu einer offenen Gesellschaft dar. „Wenn wir hier erfolgreich sind, sind wir es auch, wenn wir die Kinder in ihr Leben als Erwachsene entlassen“, so Beckmann, „deswegen braucht eine inklusive Schule hervorragende Rahmenbedingungen.“