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Konstanz, Bildungsfinanzierung

Mehr finanzielles Engagement für Schule tut not

Mainauer Erklärung von VBE (Deutschland), GÖD-APS (Österreich), LCH (Schweiz)

Als „kurzsichtige Politik mit teuren Folgekosten“ verurteilen der VBE und seine Partnerorganisationen in Österreich GÖD-APS sowie in der Schweiz LCH das Sparen an der Bildung der Kinder und Jugendlichen. Das „Sparpaket“ wurde symbolisch im Bodensee versenkt. In der trinationalen „Mainauer Erklärung“ fordern die Verbandsspitzen von der Politik ein klares Bekenntnis zur öffentlichen Schule und wehren sich gegen chronische Unterfinanzierung. „Die Zeit ist reif für eine Besinnung auf den Stellenwert der öffentlichen Schulen für den Zusammenhalt und die Zukunft unserer Gesellschaft.“ Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), die Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer (GÖD-APS) und der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) fordern deshalb entsprechende Investitionen. Die drei Lehrerverbände wenden sich zugleich gegen zu große Klassen, zu hohe Unterrichtsverpflichtungen für Lehrpersonen und gegen den Abbau von Unterrichts-, Förder- und Ergänzungsangeboten. Auch weisen die Unterzeichner der „Mainauer Erklärung“ darauf hin, dass die Bezahlung der Lehrpersonen mit der Privatwirtschaft konkurrieren müsse. 

VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann betont: „Der VBE fordert Bund und Länder auf, endlich im gesamten Bildungsbereich zu kooperieren und die Mittel gebündelt für die strategischen Herausforderungen bereitzustellen. Weder für Inklusion und Ganztag noch für die Aufnahme von Flüchtlingskindern in Schule oder für die zeitgemäße schulische IT-Ausstattung gibt es tragfähige Finanzierungskonzepte von Bund, Ländern und Kommunen in Deutschland. Zukunftsorientierte Bildung und Erziehung kann aber nicht von der Hand in den Mund leben. Das muss sich dringend ändern.“ Deutschlands öffentliche Gesamtausgaben für Bildung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen ein Prozent unter dem OECD-Durchschnitt von 6,1 Prozent, erinnert Beckmann. „Der VBE erkennt keinen Willen bei der Politik, für eine wirkliche Bildungsrepublik  zu investieren. Das ständige Vermessen von Schule durch Leistungstests und Vergleichsarbeiten hat noch in keinem Fall zur Verbesserung der Lern- und Lehrbedingungen an Schule geführt.“ 

Hintergrund: Die Vorstände von GÖD-APS, LCH und VBE tagen am 04. und 05. Mai 2015 in Mainau/Konstanz. Die drei Partnerorganisationen kommen jährlich zu einem Erfahrungsaustausch zusammen. Auch in diesem Jahr stehen Entwicklungen im Bildungsbereich von Deutschland, Österreich und der Schweiz im Mittelpunkt.