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Berlin, Digitalisierung Lehrerbildung/-mangel

Schulen müssen TOP 1 der digitalen Agenda sein

„Schulen in Deutschland wird bisher von den Ländern und den Schulträgern eine zeitgemäße IT-Ausstattung verweigert. Der VBE begrüßt daher grundsätzlich die Initiative der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD, sich für die Förderung der digitalen Bildung an den Schulen und gegen digitale Spaltung einzusetzen“, betont VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. „Das digitale Feld muss in Kooperation von Bund und Ländern beackert werden. Der Vorschlag der Fraktionen, einen Länderstaatsvertrag anzustreben, kann in Zeiten des Kooperationsverbots für den Schulbereich ein möglicher Weg sein.“ Unter den Lehrern selbst bestehe längst große Aufgeschlossenheit. „Der VBE hält allerdings nichts von Appellen, per Sponsoring die Schulen mit IT auszustatten“, unterstreicht Beckmann. „Wir haben die Sorge, dass insbesondere Schulen in sozialen Brennpunkten abgekoppelt werden.“

Beckmann verweist auf die bundesweite forsa-Repräsentativbefragung im Auftrag des VBE (Ergebnisse der forsa-Umfrage). „An den Schulen bestehen unhaltbare Zustände. Die digitale Schule wird vom Dienstherrn als Privatangelegenheit auf die Lehrer abgeschoben“, so Beckmann. „Ein knappes Viertel der befragten Lehrer hat gar keinen Zugang zu einem Dienst-PC. Über 40 Prozent der Befragten haben keine geschützte Dienst-E-Mail-Adresse. Zwei Drittel der befragten Lehrer verfügen über keinen Zugang zu einer geschützten Online-Plattform für Unterricht, Hausaufgaben oder Elternkontakte.“ Die überalterte IT-Technik an den Schulen müsse zudem mehrheitlich von Fachlehrern betreut werden, weil die Schulträger keinen IT-Support bereitstellen. Die notwendigen Kenntnisse für den digital basierten Unterricht hätten sich neun von zehn Lehrern privat angeeignet, da es keine geeigneten Fortbildungsangebote gebe. „Das macht deutlich: Es geht sowohl um zeitgemäße Hardware als auch um die Bereitstellung der notwendigen Fort- und -weiterbildung für Lehrer.“

Hintergrund:
Der Deutsche Bundestag berät in seiner Plenarsitzung am kommenden Donnerstag unter TOP 3 den gemeinsamen Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD „Durch Stärkung der digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden“.