Berlin, Bildungsfinanzierung Lehrerbildung/-mangel

Auf die Gelingensbedingungen kommt es an!

IQB-Bildungstrend 2015

„Investitionen in die Lehrkräfte, deren Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie das Unterrichten durch Fachkräfte ist Grundvoraussetzung für Bildungserfolg“, kommentiert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE, den heute veröffentlichten IQB- Bildungstrend 2015.

Gerade im Fach Englisch konnten die Ergebnisse deutlich verbessert werden. Die Direktorin des IQB, Petra Stanat, und der Schulsenator Hamburgs, Ties Rabe, verdichteten dies in der Pressekonferenz auf die Formel „Entscheidend ist, was im Unterricht passiert.“ Beckmann kontert: „Entscheidend ist, was im Vorfeld passiert. Es ist Aufgabe der Politik, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehören unter anderem, bestausgebildete Lehrkräfte in hinreichender Zahl vorausschauend bereitzustellen. Was wir zurzeit erleben, dass die Notlösung der Einstellung von Quereinsteigern zur Dauerlösung wird, ist mehr als kontraproduktiv.“

Gerade für das Bundesland Brandenburg wurde illustriert, wie durch Sprachreisen, fachliche Weiterbildung und externe Unterstützung die Qualität des Englischunterrichts gesteigert werden konnte. Der VBE-Bundesvorsitzende sieht sich bestätigt: „Einmal mehr zeigt sich, dass der Bildungserfolg der Kinder von der Qualität des Unterrichtsangebotes abhängt. Das scheint nur auf den ersten Blick selbstverständlich zu sein. Wenn man sich anschaut, wie knapp die Politik das Budget für Fort- und Weiterbildungen hält, ist dieser Zusammenhang wohl noch nicht allen klar.“ Beckmann fordert daher: „Lehrkräfte brauchen eine gute Ausbildung und ein festes Fortbildungskontingent in ihrer Dienstzeit, auf das sie innerhalb eines Schuljahres einen Anspruch haben. Um das zu ermöglichen, müssen nicht nur entsprechende finanzielle Mittel durch den Staat bereitgestellt, sondern auch Entlastungen für die Schule geschaffen werden. Zu oft scheitert die Teilnahme an dem schlechten Gewissen gegenüber der Mehrbelastung des übrigen Kollegiums.“

Ein Befund der Studie war auch, dass sich die genderspezifischen, sozialen und Zuwanderungsdisparitäten kaum verändert haben. Hierzu Beckmann: „Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Dass hier keine Veränderung herbeigeführt werden konnte, muss die Politik zu der Frage führen, warum das so ist.“ Der Schulsenator Ties Rabe hatte in der Pressekonferenz auf den signifikanten Zusammenhang des Bildungserfolgs mit der Zusammensetzung der Schülerschaft hingewiesen. „Hier besteht Handlungsbedarf. Dieser liegt vor allen Dingen im Feld der Wohnungspolitik. Es dürfen dadurch keine sozialen Brennpunkte produziert werden, sondern Wohnungspolitik muss dazu beitragen, bestehende Probleme zu entschärfen. Dies hat automatisch Auswirkungen auf die Schülerschaft“, erklärt der VBE-Bundesvorsitzende.