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Deutschland – von Bildungsgerechtigkeit weit entfernt

Bildungsbericht 2016 der KMK und des BMBF

„Die Ergebnisse des Bildungsberichts 2016 zeigen ganz klar, dass Bildungschancen immer noch stark abhängig von Wohnort und Umfeld sind. Die bisherigen Bemühungen zeigen zwar Wirkung, aber es ist noch deutlich mehr Anstrengung von Bund, Ländern und Kommunen notwendig, um Chancengleichheit in ganz Deutschland zu verwirklichen. Da ist noch viel Luft nach oben“, kommentiert Udo Beckmann, VBE-Bundesvorsitzender, den heute erschienenen Bildungsbericht für Deutschland. Diese Bestandsaufnahme des Bildungssystems wird alle zwei Jahre von Bundesbildungsministerium und Kultusministerkonferenz herausgegeben. 

Es zeigt sich, dass die Kritik der Lehrerorganisationen fruchtet. Das eigens gesetzte Ziel der Bundesregierung, 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für die Bildung auszugeben, konnte noch nicht erreicht werden. Der Anteil am BIP hat sich jedoch erkennbar erhöht. Beckmann betont: „Bildung kann nur zum vielbeschworenen Schlüssel der Integration werden, wenn die Politik bereit ist, hinreichend Geld zur Verfügung zu stellen und die Gelingensbedingungen stimmen.“ 

Ein großes Problem bleibt der Lehrermangel. Je nach Berechnungsmodell werde von einem Bedarf von bis zu 44.000 zusätzlichen Lehrerstellen ausgegangen. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz schlug die Erhöhung des Stundenvolumens von Teilzeitkräften und die Aktivierung von pädagogischen Fachkräften, die bisher nicht in ihrem eigentlichen Beruf arbeiten, vor. 

Der VBE-Bundesvorsitzende mahnt: „Wir haben sehr viele Frauen, die als Teilzeitkräfte arbeiten. Eine Erhöhung dieses Stundenvolumens wird nur möglich sein, wenn deren Vereinbarkeit von Beruf und Familie trotzdem gelingt. Der Lehrermangel hat sich aufgrund der Altersstruktur länger angebahnt. Jetzt rächt es sich, dass er immer wieder schön gerechnet wurde. Durch die Herausforderungen der Inklusion und Digitalisierung und verstärkt durch die Beschulung der Flüchtlingskinder ist es mittlerweile fünf nach zwölf. Wir brauchen tragfähige Konzepte, wie mehr Lehrkräfte gewonnen werden können. Dazu gehören auch Anreize durch eine entsprechende Besoldung.“