Berlin, Integration Lehrerbildung/-mangel

Lehrer-Schüler-Relation absenken!

Datenreport 2016: Migration und Integration

„Die neuesten Erkenntnisse beweisen: Bildung bleibt der Schlüssel für Integration. Damit jeder Schüler, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund, individuell gefördert werden kann, muss die Politik handeln. Eine hohe Lehrer-Schüler-Relation und das damit einhergehende Unterrichten in zu großen Klassen und zu kleinen Räumen darf nicht länger hingenommen werden“, kommentiert Udo Beckmann, VBE-Bundesvorsitzender, den Datenreport 2016 mit dem Fokus „Migration und Integration“, der heute in Berlin vorgestellt wurde. 

Zentrales Ergebnis des Datenreports 2016 ist, dass Bildung entscheidend für die Integration von Migranten ist. Beckmann betont: „Qualitativ gute Bildung basiert darauf, dass die Schüler individuell gefördert werden. Das setzt voraus, dass qualifiziertes und quantitativ ausreichendes Personal vorhanden ist und in einer adäquaten Lerngruppengröße unterrichten kann. Dies kann nur durch eine Absenkung der Lehrer-Schüler-Relation gewährleistet werden.“ 

Alle in Deutschland lebenden Kinder haben einen gesetzlichen Anspruch auf Beschulung. Auch mit Blick auf die hohe Zahl der Flüchtlingskinder stellt Beckmann klar: „Die Politik verschließt die Augen vor der Realität an den Schulen. Mit einem ‚weiter so‘ werden die Klassen nicht kleiner. Mit einer hohen Lehrer-Schüler-Relation gefährdet die Politik zweierlei: den Bildungserfolg der Schüler und die Gesundheit der Lehrkräfte.“ Um den aktuellen Lehrermangel zu bekämpfen und wieder eine adäquate Relation herzustellen, fehlen bundesweit deutlich über 20.000 Lehrkräfte. Der VBE-Bundesvorsitzende fordert daher: „Die steigende Schülerzahl darf nicht durch größere Klassen kompensiert werden, sondern muss zu massiven Neueinstellungen und der stärkeren Berücksichtigung von Heterogenität und Diversität in der Lehrerausbildung führen.“