Berlin,

Vertrauen und Aufklärung statt totaler Überwachung!

„Die Überwachung von Kindern über GPS-Sender ist aus pädagogischer Sicht mehr als fragwürdig. Aufwachsen heißt auch, an Aufgaben zu wachsen, wie den Schulweg selbstständig zu bewältigen oder sich innerhalb der Stadt alleine zu bewegen. Wissen die Kinder, dass sie ständig überwacht werden, kann dies zu unangenehmen Folgen führen. Sie können sich gehetzt von ihren Eltern fühlen und unter Stress gesetzt. Nimmt das Kind nicht den geraden Weg nach Hause, muss es möglicherweise Konsequenzen befürchten. Und das alles nur, damit sich die Eltern in trügerischer Sicherheit wiegen können“, mahnt der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. 

In dem zunehmenden Trend, Kinder mit extra Geräten, durch Apps oder entsprechende Uhren über GPS zu verfolgen, sieht er eine Gefahr für die Entwicklung der Kinder. Er sagt: „Wer ein selbstständiges Kind möchte, das fähig ist, reflektierte Entscheidungen zu treffen und sich auch mal allein zurechtzufinden, muss einen Abnabelungsprozess zulassen. Dazu gehört auch, dem Kind genügend Vertrauen entgegen zu bringen, seinen Schulweg alleine zu meistern oder ohne Begleitung zu den Großeltern zu fahren.“ Zudem wendet Beckmann ein, dass auch das Tracking nicht zu mehr Sicherheit führe. „Vorfälle können auch durch das Tracking nicht verhindert werden. Sie schaffen eher eine trügerische Sicherheit. Wichtiger ist deshalb, Kinder frühzeitig über Gefahren aufzuklären, das Verhalten gegenüber Fremden eindeutig zu klären und Regeln zu vereinbaren, wie zum Beispiel ein Codewort, dass nur die Eltern und andere zur Abholung der Kinder berechtigte Personen kennen.“