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Berlin, Bildungsgerechtigkeit

Armut darf nicht Stein im Bildungsweg sein

Kinderreport 2018 des Deutschen Kinderhilfswerk e.V.

„Kinder, die in Armut aufwachsen, haben dies nicht verschuldet, werden aber von der Politik durch die unzureichenden Rahmenbedingungen bestraft. Und so bleibt es dabei: In einer einkommensschwachen Familie aufzuwachsen, ist in Deutschland noch immer ein gewichtiger Stein im Bildungsweg. Es ist Aufgabe der Politik den betroffenen Kindern diesen Stein aus dem Weg zu räumen. Ein so reiches Land wie Deutschland muss es endlich schaffen, den Kindern unabhängig von dem Einkommen ihrer Eltern gleiche Bildungschancen zu bieten. Wie von den Befragten als wichtigste Punkte herausgestellt, müssen dafür unter anderem Lernmittelfreiheit, die kostenlose Teilnahme an Bildung, Kultur und Sport sowie kostenfreies Essen in Kita und Schule finanziert werden. Die Beschulung im Ganztag ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil, um sozioökonomische Abhängigkeiten abzubauen und Bildungsgerechtigkeit umzusetzen. Die heute aus den Koalitionsverhandlungen  bekannt gewordenen Vereinbarungen lassen hoffen", kommentiert der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, den heute vom Deutschen Kinderhilfswerk veröffentlichten Kinderreport 2018.

Von den Befragten wird zudem gefordert, zum Beispiel Schulsozialarbeiter in der Schule zu haben. Beckmann bekräftigt diese Forderung und führt aus: „Lehrkräfte müssen die Fähigkeiten und Fertigkeiten aller Kinder gleichermaßen fördern – trotz der steigenden Heterogenität und der zusätzlichen Herausforderungen wie Inklusion, Integration und Digitalisierung, die an Schule herangetragen werden. Damit dies gelingt, benötigen sie Unterstützung durch multiprofessionelle Teams, in denen Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter und weitere Professionen auf das einzelne Kind abgestimmte Maßnahmen entwickeln können, damit es die Förderung erhält, die es braucht. Deshalb muss die Politik endlich alles daran setzen, diese Professionen in Schule zu holen."