Berlin, Lehrerbildung/-mangel

Politik darf Zukunft der Kinder nicht verschlafen – weiter steigende Geburtenraten verschärfen Lehrermangel

Statistik zu Geburtenrate

Das Statistische Bundesamt berichtet heute, dass 2016 das fünfte Jahr in Folge die Anzahl der Geborenen angestiegen ist. Die Bertelsmann Stiftung hatte im letzten Jahr eine Berechnung vorgelegt, die aufzeigte, dass die Zahl der Geburten von der Politik unterschätzt wird. In der Prognose gingen die Autoren für 2016 von 781.000 Neugeborenen aus, tatsächlich sind es über 792.000. Der VBE weist darauf hin, dass in den Jahren 2021 und 2022 demnach fast 800.000 Kinder einen Schulplatz benötigen werden. Zum laufenden Schuljahr 2017/2018 wurden 725.000 Schülerinnen und Schüler eingeschult. Das entspricht einem Anstieg in den nächsten 4 Jahren von mindestens zehn Prozent.

Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, kommentiert: „Die Politik muss jetzt reagieren. Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Sie wird nicht erneut behaupten können, sie sei von den Zahlen überrascht. Die Ausbildungskapazitäten müssen deutlich erhöht und die Ausbildungsbedingungen müssen verbessert werden. Die im System befindlichen Lehrkräfte müssen durch multiprofessionelle Teams unterstützt und von überflüssigen Verwaltungs- und Dokumentationsarbeiten entlastet werden. Der Lehrerberuf muss wieder attraktiver gemacht werden. Die Nachrichten über desolate Schulgebäude, hohe Anforderungen, aber unzureichende Ressourcen und die von der Politik provozierte Überforderung der Lehrkräfte schrecken potenzielle Bewerberinnen und Bewerber ab. Deshalb muss in hohem Maße investiert werden. Bund, Länder und Kommunen sind gemeinsam in der Pflicht, das Bildungssystem mit einer nachhaltigen Investitionsoffensive zu stärken.“