Berlin,

Für die Zukunft unserer Gesellschaft sind Werte- und Demokratieerziehung unerlässlich

70 Jahre Grundgesetz

„Vielleicht waren Bedeutung und Aktualität des Grundgesetzes selten größer als heute“, betont Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), anlässlich der Unterzeichnung der deutschen Verfassung vor 70 Jahren. „Wenn wir in unserer Gesellschaft wieder zunehmend antidemokratische und antipluralistische Tendenzen erleben, braucht es mehr denn je ein starkes freiheitlich-demokratisches Fundament, wie es das Grundgesetz bildet. Und es braucht Schule als die zentrale Institution, die allen in Deutschland lebenden Kindern und Jugendlichen das Erleben und Entwickeln einer Werteorientierung auf Basis dieser freiheitlich-demokratischen Grundordnung ermöglicht“, so Beckmann. „Nur, wenn wir es als Gesellschaft schaffen, junge Menschen frühzeitig in ihrer eigenen Meinungsbildung zu unterstützen, sie in einem von Toleranz und Respekt geprägten kritischen Denken fördern, wird sich die Zukunft unserer Gesellschaft im Einklang mit unserem Grundgesetz weiterentwickeln können“, so der Bundesvorsitzende.

„Was mich positiv stimmt ist, dass die Bedeutung der freiheitlich-demokratischen Grundwerte in unserem Land, die sich an Schule vor allem in den werteorientierten Bildungs- und Erziehungszielen widerspiegeln, für Eltern als auch Lehrkräfte nach wie vor von enormer Bedeutung sind, wie eine vom VBE beauftragte Umfrage zum Thema Werteerziehung zeigt. Was die Studie aber auch mehr als deutlich macht ist, dass Schulen viel zu oft die für eine adäquate Umsetzung notwendigen Gelingensbedingungen verweigert werden“, so Beckmann weiter. „Wir begrüßen, dass auch die Kultusministerkonferenz die Zeichen der Zeit erkennt und im Oktober 2018 beispielsweise eine Demokratieempfehlung für Schulen herausgegeben hat. Aber Worte werden eben nur dann bedeutend, wenn ihnen entsprechende Taten folgen. Und hier muss von der Politik entschieden mehr getan werden,“ so Beckmann. „Jedem muss bewusst sein, dass Investitionen in die Bildung, in die Kinder und Jugendlichen in unserem Land, gleichermaßen auch Investitionen in die Stärkung der demokratischen Grundfesten unserer Gesellschaft sind“, so Beckmann abschließend.

Der VBE hat auf Basis der Ergebnisse der vom ihm beauftragen Werteerziehungsumfrage folgende Forderungen formuliert: 

  • Die feste fächerübergreifende Verankerung und deutlich stärkere Priorisierung aller Erziehungs- und Bildungsziele in den Lehrplänen von Schulen.
  • Mehr Flexibilität, freie Gestaltungsräume und vor allem mehr Zeit für Schule, um Werte- und Demokratieerziehung zu implementieren und erlebbar machen zu können.
  • Basierend auf einem Diskurs von Politik und Gesellschaft die Verständigung auf einen gemeinsamen Wertekanon, der Orientierung für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern bietet.
  • Entschiedenes Handeln von der Politik, welches für die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen, Rahmenbedingungen und Unterstützungsleistungen sorgt. U. a.:
    • die Einsetzung multiprofessioneller Teams,
    • den Ausbau von qualitativer, werteorientierter Ganztagsschule und
    • adäquate Voraussetzungen für die Erziehungspartnerschaft zwischen Lehrkräften und Eltern.
  • Ein verbessertes, intensiveres und standardisiertes Angebot von Veranstaltungen zur Werteerziehung in allen Phasen der Lehreraus- und -fortbildung, welches die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Werteverständnis zum Ziel hat.
  • Ein verstärktes gesellschaftliches Engagement, welches außerschulische Angebote an Schule heranträgt und Lehrerinnen und Lehrer bei der Werteerziehung unterstützt.