Berlin, Lehrerbildung/-mangel

Lehrkräftebedarf muss neuen Herausforderungen angepasst werden

KMK Lehrkräfteprognose und „Bildungsrat“

„Diese Erkenntnisse sind doch heute schon Schnee von gestern. Die Feststellung, dass bis 2023 mindestens 12.400 Lehrkräfte an Grundschulen fehlen und sich diese Versorgungslücken bis 2030 dann an die Sekundarschulen (außer dem Gymnasium) und Berufsschulen verlagert, ist richtig. Wir begrüßen auch, dass die Kultusministerkonferenz auf die Kritik der Gewerkschaften und Verbände reagiert hat und die Prognosen nun jährlich veröffentlicht. Unser Hauptkritikpunkt jedoch bleibt: Der Lehrkräftebedarf wird aus dem heutigen Status Quo hochgerechnet. Dabei wissen wir doch jetzt schon, dass bis 2025 der Rechtsanspruch auf Ganztagsbildung und -betreuung umgesetzt werden soll. Hinzu kommen die Inklusion, Integration und das Lernen und Lehren unter Nutzung digitaler Endgeräte. Der Lehrkräftebedarf muss endlich entsprechend dieser erhöhten Bedarfe berechnet werden", fordert Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), angesichts der von der dpa veröffentlichten KMK-Papiers zum Lehrkräftebedarf bis 2030. 

Die Gründung eines eigenen Gremiums als Ersatz des Nationalen Bildungsrates bewertet Beckmann als Eingeständnis: „Wir begrüßen, dass die Kultusministerkonferenz damit eingesteht, dass zur Lösung der vielfältigen Herausforderungen Beratung durch ein unabhängiges Gremium erforderlich ist. Wenn es so umgesetzt wird, wie momentan geplant, bleibt die Praxis jedoch ungehört. Das wäre eine vertane Chance, denn laut unserer repräsentativen forsa-Umfrage sehen es 86 Prozent der Schulleitungen und 85 Prozent der Lehrkräfte als belastend an, dass die Politik bei ihren Entscheidungen den tatsächlichen Schulalltag nicht ausreichend beachtet. Zudem ist es eigentlich selbstverständlich, dass der Bund mit an den Tisch muss, wenn er weiter für Digitalisierung, Schulbau und Ganztag Geld geben soll.“