Berlin, Lehrerbildung/-mangel Gesundheit & Zufriedenheit

Corona stellt Schulen in der Schweiz, Österreich und Deutschland vor ähnlich große Herausforderungen

Gemeinsame Erklärung von LCH, GÖD-aps und VBE

„Gemeinsam mit unseren Partnerverbänden aus der Schweiz (Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH) und Österreich (Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer GÖD-aps) haben wir am Wochenende die aktuelle schulische Situation in den drei deutschsprachigen Ländern analysiert. Das Ergebnis ist ernüchternd“, erklärt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), nach einer Videokonferenz dieser drei Partnerverbände am Wochenende.

Die gemeinsame Analyse hat gezeigt, dass die Schulschließungen die Beschäftigten des Bildungssystems nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz vor enorme Herausforderungen gestellt haben. Die Partnerverbände aus diesen Ländern  berichteten, dass dort, genauso wie Deutschland, die Schließungen teilweise sehr kurzfristig angekündigt wurden, sodass kaum Vorbereitung möglich war. Was sich in der Folge umso stärker gezeigt hat: die eklatanten Defizite bei dem Einsatz digitaler Technologien in Schule aufgrund der miserablen Ausstattungslage, quantitativ und qualitativ unzureichender Fortbildung der Lehrkräfte und fehlender Übung sowohl der Lehrkräfte als auch der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit digitalen Endgeräten zum Zweck der schulischen Bildung. Auch mit Blick auf die besseren Chancen für individuelle Förderung setzen sich alle drei Verbände seit Jahren in ihren Ländern für bessere digitale Infrastruktur ein. Gemeinsam hatten Sie 2018 die Basler Erklärung zu digitalen Technologien an Schulen verfasst.

Die Vorsitzenden der drei Verbände haben deshalb eine Gemeinsame Erklärung verfasst. Beckmann erläutert: „Wir fordern die Zuständigen in unseren Ländern dazu auf, die Krise als Impuls für Innovation zu nutzen, also nach einer Evaluation der Defizite entsprechend gegenzusteuern, um die digitale Infrastruktur, Ausstattung, Lehr- und Lernmaterialien und Fort- und Weiterbildungen der Lehrpersonen sowie Entwicklung und wissenschaftliche Evaluierung pädagogischer Konzepte zu gewährleisten. Dabei muss die Bildungsgerechtigkeit im Fokus stehen. Denn: Mit einer individuellen Förderung während und auch über die Unterrichtszeit hinaus können alle gleichermaßen mit hochwertigen, kostenlosen  Bildungsangeboten in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten gestärkt und unterstützt werden. Nicht zuletzt gilt immer der Primat der Pädagogik. Die Lehrkraft entscheidet über die Methode. Damit eine echte Methodenauswahl ermöglicht werden kann, braucht es jedoch Ausstattung, Qualifizierung und Übung. Nur so kann zugunsten des höchsten pädagogischen Mehrwerts entschieden werden.“

Die drei Verbände verabreden sich regelmäßig zu „Trinationalen Treffen“. Hier finden Sie alle vorangegangenen  Erklärungen, u. a. zu Sponsoring und Digitalisierung. Das diesjährige Treffen musste aufgrund der aktuellen Lage abgesagt werden. Dafür fand am Wochenende Anfang Mai eine Videokonferenz statt.