Düsseldorf, Schulleitung Digitalisierung Lehrerbildung/-mangel

Die Schule der Zukunft im Blick – der 10. Deutsche Schulleitungskongress (DSLK) eröffnete Perspektiven über die aktuellen Herausforderungen hinaus

Mutmach-Treffen in schwieriger Zeit: Die Jubiläumsausgabe des Deutschen Schulleitungskongresses (DSLK) in Düsseldorf ist am Wochenende unter Beifall der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Ende gegangen – er fand zum zehnten Mal statt. Die rege und aktive Beteiligung an den insgesamt mehr als 60 zukunftsweisenden Workshops und Referaten belegen das nach wie vor große und nachhaltige Engagement der pädagogischen Führungskräfte in Deutschland. Schon jetzt liegen zahlreiche Anmeldungen für den DSLK 2022 vor. Zuspruch und Anerkennung hatte es auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und KMK-Präsidentin Britta Ernst gegeben.

„Auch wenn der Kampf gegen die Pandemie in diesem Winter wieder mehr Aufmerksamkeit und mehr Kraft fordert, mehr Kraft als wir alle gehofft hatten: Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Kampf alle anderen großen Aufgaben überdeckt. Deshalb freue ich mich, dass Sie in diesen Tagen auch nach vorn schauen wollen, auf die Zukunft der Schule nach Corona“, so sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Ansprache zur Eröffnung des Kongresses.

„Sie, die Schulleiterinnen und Schulleiter, erhalten hier für Ihren Arbeitsalltag viele Anregungen und Strategien zur Gestaltung von Kommunikation, Leitbildern und zukunftsorientierten Kompetenzen. Neben dem fachlichen Input können Sie sich intensiv und länderübergreifend mit Kolleginnen und Kollegen austauschen. Angesichts der hohen Teilnehmerzahl birgt dies einen immensen Schatz an Erfahrungen und Potenzialen“, erklärte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst, in ihrem Grußwort. Aufgrund der Corona-Lage sprachen der Bundespräsident und die KMK-Präsidentin per Video zu den anwesenden Schulleiterinnen und Schulleitern. Beide dankten für den großen Einsatz insbesondere in der Corona-Krise.

Tatsächlich standen Zukunftsthemen von „Führung mit Persönlichkeit“ über „Schul- und Unterrichtsentwicklung neu denken“, „Mit Digitalisierung in die Zukunft“, „Mit Schulkultur begeistern“ und „Umweltschutz und Nachhaltigkeit leben“ auf der Agenda des DSLK. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler breiteten Visionen aus, die sich aus Erkenntnissen der Bildungs- und Lernforschung ergeben. So machte der Bildungsforscher Prof. Dr. Olaf-Axel Burow deutlich: „Eine zukunftssichere Schule muss sich auf schnellen Wandel einstellen.“ Reine Wissensvermittlung rückt in einer digitalen Welt zunehmend in den Hintergrund, weil Wissen sich stetig weiterentwickelt. Stattdessen rückten Kernkompetenzen zunehmend in den Vordergrund, die Schülerinnen und Schüler bräuchten, um künftig Schritt halten zu können – selbstorganisiertes Lernen, eine proaktive Mitgestaltung der Lebenswelt und Achtsamkeit mit sich und anderen, nannte Burow als Stichworte.

Neben vielen praktischen Anregungen und Lösungen, die von erfahrenen Expertinnen und Experten aus der Praxis vermittelt wurden (darunter etlichen Schulleiterinnen und Schulleitern), erlaubte der DSLK auch wieder Blicke über den Tellerrand hinaus: vom ehemaligen Skistar Felix Neureuther, der anschaulich und mitreißend für eine sportliche „bewegte“ Schule eintrat, über Ex-„Bild“-Chef (und ehemaliger Digitalbeauftragter des Springer-Verlags im Silicon Valley) Kai Diekmann, der Lust aufs „Experimentieren und Ausprobieren“ neuer Lernsettings vermittelte, über die Jetpilotin und Astronautenanwärterin Nicola Winter, die zum Streben nach den Sternen aufrief, bis hin zum Weltklasseturner und Olympiasieger Fabian Hambüchen, der sehr persönlich vom Umgang mit Rückschlägen berichtete.

Ein Beleg für den starken Zuspruch der Schulleitungen: Die große Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer meldeten sich bereits unmittelbar nach dem DSLK wieder für den Kongress im nächsten Jahr an – ein starkes Signal für die beiden Veranstalter FLEET Education Events und Verband Bildung und Erziehung (VBE), den erfolgreichen Weg fortzusetzen und den Kongress weiterzuentwickeln. „Trotz der großen Herausforderungen, vor denen die Schulleitungen und ihre Kollegien in diesen Tagen stehen, sind so viele von ihnen nach Düsseldorf gekommen. Das zeigt uns, dass die Schulleiterinnen und Schulleiter den DSLK als ihren Kongress ansehen und die praktische Relevanz der behandelten Themen schätzen. Wir sind stolz darauf, Schulleitungen bei Ihrer so wichtigen Arbeit unterstützen zu dürfen“, sagte Axel Korda, Geschäftsführer von FLEET Education Events. Selbstverständlich habe dabei die Sicherheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Mittelpunkt gestanden. Die umfassenden Corona-Schutzmaßnahmen wurden aus den aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts abgeleitet.

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) bewertet die diesjährige Veranstaltung, insbesondere im Hinblick auf das zehnte Jubiläum positiv: Der DSLK ist aus der Weiterbildungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Darüber hinaus können wir stolz feststellen, dass es keinen zweiten Ort im deutschsprachigen Raum gibt, an dem Schulleitungen sich so umfassend vernetzten und gegenseitig unterstützen können. Die Wertschätzung, die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Schulleitungen im Jubiläumsjahr in seiner Ansprache entgegengebracht hat, war ein wichtiges Signal für die Schulleitungen. Bei schönen Worten darf es aber nicht bleiben.

Unsere Berufszufriedenheitsumfragen haben immer wieder ergeben, dass es, neben den fehlenden Ressourcen zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben, leider genau an dieser Wertschätzung mangelt, wenn politische Entscheidungen getroffen werden. Die diesjährigen Ergebnisse sind beängstigend. Ein Viertel übt Ihren Beruf derzeit eher oder sehr ungerne aus.  Insbesondere die junge Generation der Schulleitungen steht auf der Kippe. Gut ein Fünftel sieht sich in zehn Jahren nicht mehr in der Leitung einer Schule. Größte Herausforderung im Schulalltag bleibt aber der Lehrkräftemangel. Und den gab es schon vor der Pandemie.“

Für den DSLK 2022 sind risikofreie Anmeldungen bereits möglich. Es gilt eine Garantie für einen kostenlosen Rücktritt bis acht Wochen vor dem Kongress. 120 namhafte nationale und internationale Keynote-Speaker und Fachgrößen aus Wissenschaft, Politik und Bildungspraxis vermitteln erfolgreiche Best Practice. Bereits angesagt haben sich der international renommierte Zukunftsforscher Prof. Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor Emeritus vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die Schulentwicklungsberaterin Kati Ahl, die auch Lehrerinnen für den digitalen Wandel an Schulen gewinnen möchte, sowie Prof. Dr. Thomas Breyer-Mayländer, Professor für Medienmanagement, der über die Transformation der Führungskultur an Schulen sprechen wird.

Deutscher Schulleitungskongress 2022
10. bis 12. November 2022
CCD Congress Center Düsseldorf

www.deutscher-schulleitungskongress.de

Hier lässt sich die Ansprache des Bundespräsidenten ansehen.

Hier lassen sich Fotos vom DSLK 2021 herunterladen.

Hier gibt es alle Informationen zur großen Schulleitungsbefragung.