Berlin, Frühkindliche Bildung

Demokratie zutrauen

Kinderreport 2026

„Der Report zeigt ein bemerkenswertes Paradox: Demokratiebildung findet breite Zustimmung, echte Partizipation wird aber als (weniger oder gar) nicht wichtig angesehen. So halten es 88 Prozent der Erwachsenen und sogar 94 Prozent der Kinder und Jugendlichen für (sehr) wichtig, in der Schule zu lernen, wie Demokratie funktioniert. Doch nur zwei Drittel der Erwachsenen, aber 88 Prozent der 10- bis 17-Jährigen befürworten verbindliche Mitbestimmungsrechte für Schülerinnen und Schüler. Dabei gilt: Demokratie wird nicht gelernt, indem man nur über Prozesse spricht, sondern indem man sie praktiziert. Wer möchte, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen und demokratische Werte verinnerlichen, muss ihnen auch die Möglichkeit geben, Entscheidungen mitzugestalten“, fordert Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), und beruft sich auf die Zahlen des heute veröffentlichten Kinderreports, einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerks.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass sich nur eine Minderheit der Erwachsenen und 10- bis 17-Jährigen (40 bzw. 41 Prozent) mehr Mitbestimmung für Kinder in Kitas wünschen, um Demokratie zu verstehen. Dazu sagt Tomi Neckov: „Wir können gar nicht früh genug damit beginnen, Kindern eine Stimme zu geben. Überschaubare Fragen können schon die Kleinsten beantworten. Wir müssen Kindern und Jugendlichen zutrauen, Entscheidungen für sich zu treffen, für sich einzustehen und so zu lernen, die Konsequenzen zu tragen. Damit unterstützen wir sie auf ihrem Weg zu resilienten Persönlichkeiten.“