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VBE unterstützt TALIS-Forderung von Prien

INSM-Bildungsmonitor

Bei der heutigen Vorstellung des INSM-Bildungsmonitors hielt die Bundesministerin für Bildung und Familie, Karin Prien, einen Impuls. Sie schloss mit dem Unverständnis darüber, warum sich Deutschland leiste, nicht an TALIS, dem sogenannten Lehrkräfte-PISA, teilzunehmen. Dies greift Tomi Neckov, der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), auf: „Wenn wir die Leistungen der Schülerinnen und Schüler im internationalen Vergleich erheben, müssen wir auch auf die Bedingungen der Lehrkräfte schauen. Es kann doch nicht angehen, dass wir den Output international vergleichen, aber die Bedingungen dafür nicht. Das ist für mich auch eine der Schwachstellen des Bildungsmonitors: Wo bleibt eigentlich das Wohlbefinden – sowohl der Schülerinnen und Schüler als auch der Lehrkräfte? Bildung besteht nicht nur aus ökonomischer Verwertbarkeit, sondern lebt von den Menschen im System.“

Der VBE setzt sich seit Beginn der TALIS-Erhebung für eine Teilnahme Deutschlands ein, hatte im März 2025 auch alle Kultusministerien dazu angeschrieben. In der Antwort der damaligen Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Simone Oldenburg, verwies sie im Juli 2025 auf das zu diesem Zeitpunkt noch ausstehende Gutachten der SWK zur Datenerhebung in Deutschland, welches im März 2026 erschien. Hier wird der Wert von TALIS anerkannt und gleichzeitig die Alternative benannt, eine Lehrkräftebefragung an bestehende Schulleistungsstudien anzubinden. „Das halten wir für zu kurz gegriffen. Warum auf die wertvolle Perspektive des internationalen Vergleichs verzichtet werden soll, bleibt offen“, so Neckov.

Ranking des INSM

Den Bildungsmonitor selbst als Ranking zwischen den Bundesländern hinterfragt Neckov: „Der föderale Wettbewerb ist ein geeignetes Mittel, um die besten Lösungen für alles, was in Landesverantwortung umzusetzen ist, zu finden. Dafür braucht es den Austausch der Bildungsministerien, dafür braucht es evidenzbasierte Evaluation und den Blick auf Kontextfaktoren. Wenn heute anhand des INSM-Bildungsmonitors über das beste oder schlechteste Bildungssystem geurteilt wird, sollten wir auch fragen, wie aussagekräftig der Index eigentlich ist.“ Die Unterschiedlichkeit der verwendeten Faktoren ist immens und so auch die Antworten in den Ländern darauf. Zudem werden Kontextfaktoren nicht ausreichend als Erklärung hinzugezogen.

Forderungen auf dem Prüfstand

  • Ausbau von Ganztagsangeboten und multiprofessionellen Teams

„Verbesserungen im Bildungssystem bedürfen mehr Zeit und besserer Unterstützung. Sprachförderung und Ganztag mit mehr Personal und in multiprofessioneller Zusammenarbeit zu stemmen, ist notwendig, um das Bildungssystem voranzubringen. Wir unterstützen zudem die explizite Forderung nach Schulsozialarbeit“, so der VBE-Chef.

  • Abhängigkeit des Bildungserfolg von der sozialen Herkunft

Wie im Juni die Nationale Bildungsberichterstattung zeigte und durch PISA 2025 letzte Woche bestätigt wurde, kommt auch der INSM-Bildungsmonitor zum Ergebnis, dass der Bildungserfolg (zu) stark von der sozialen Herkunft abhängt. „Auch wenn es schon viele herausgefunden haben, dürfen wir bei diesem Ergebnis nicht abstumpfen. Es ist essenziell für das Bildungssystem – und wenn wir es nicht schaffen, das zu ändern, wird es auch zu einer essenziellen Bedrohung für den gesellschaftlichen Frieden“, betont Tomi Neckov.

  • Seiteneinstieg als Lösungsstrategie

„Der Seiteneinstieg bleibt dort, wo hoher Lehrkräftemangel besteht, weiterhin eine Strategie, um die Spitzen des Mangels abzufedern. Gut vorbereitet und berufsbegleitend weiterqualifiziert ist das eine gute Unterstützung für ein professionell arbeitendes Kollegium. Als Regellösung warnen wir weiter vor der damit einhergehenden Deprofessionalisierung. Der Regelfall muss ein originäres Lehramtsstudium bleiben“, so Neckov.

  • Ausweitung der Vergleichsarbeiten

„Mehr standardisierte Tests bedeuten einerseits eine bessere Vergleichbarkeit im Bildungssystem. Auf der anderen Seite werden dafür Zeiten der Vorbereitung, Durchführung, Auswertung und weiteren Verarbeitung benötigt. Wird diese Zeit bereitgestellt? Kann eine verbindliche, darauf aufbauende Förderung sichergestellt werden? Wir testen nicht um des Testens willen!“, stellt der VBE Bundesvorsitzende klar.