Der VBE im Gespräch: Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, CDU

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Der VBE-Bundesvorsitzende, Udo Beckmann, und sein 1. Stellvertreter, Rolf Busch, trafen Anfang September die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, CDU. Sie ist bereits seit 2013 Bundestagsabgeordnete. Schwerpunkt ihres Wirkens war 2019 u. a. der Digitalpakt.

Gleich zum Einstieg in das sehr offen geführte und konstruktive Gespräch wurde ein heißes Eisen angefasst: die Vereinbarung der Regierungsparteien, bis 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder einzuführen. Die Ministerin und die Vertreter des VBE waren sich zwar einig, dass dies grundsätzlich begrüßenswert ist, sichert es doch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser ab. Allerdings verwies der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, darauf, dass schon jetzt tausende Lehrkräfte und über 100.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Bevor also ein Rechtsanspruch geschaffen werde, brauche es einen Plan zur Gewinnung von Fachkräften. Am ehesten werde dies durch attraktive Arbeitsbedingungen erreicht.

Zum Digitalpakt informierte die Ministerin Karliczek, dass nach der Einigung im Parlament nun die ersten Länder Förderrichtlinien beschließen und veröffentlichen, die auf einer extra angelegten Webseite abrufbar sind (wir berichteten). Beckmann konfrontierte sie mit den Ergebnissen der repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag des VBE aus dem Mai dieses Jahres, wonach nicht nur Ausstattung fehle, sondern insbesondere auch die Fortbildung. Diese sei zudem qualitativ ausbaufähig. Er verwies darauf, dass das Lehren und Lernen mit digitalen Endgeräten auch in der Lehrerbildung präsenter werden muss. Die Ministerin nahm dies positiv auf und plädierte dafür, dass für Fort- und Weiterbildung auch alternative Formate genutzt werden könnten, wie blended learning, wobei ein Teil der Veranstaltung online umgesetzt wird. Dies wäre auch gut, um die Vorteile des Lernens mit digitalen Endgeräten selbst erleben zu können, dürfe jedoch nicht dazu führen, dass Lehrkräfte dies in ihrer Freizeit machen, warnte Udo Beckmann.