Gewalt gegen Lehrkräfte - Keine Verbesserungen trotz steigender Zahlen
Die aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) unterstreichen erneut, dass Gewalt gegen Lehrkräfte kein Randthema ist. Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des VBE, bewertet die Situation wie folgt:
„Die Entwicklung ist alarmierend. Die Zahl der in der PKS erfassten Fälle hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen; auch 2024 wurden wieder mehr Taten gegen Lehrkräfte registriert als im Vorjahr. Wir weisen schon seit geraumer Zeit darauf hin, dass sich die Situation in den Schulen verschlechtert und viele Kolleginnen und Kollegen sich mit Vorfällen alleingelassen fühlen. Genau deshalb reicht es nicht, Betroffenheit zu äußern. Es braucht klare Zuständigkeiten, schnelle Unterstützung und wirksame Schutzkonzepte.“
Die vom VBE seit einigen Jahren regelmäßig in Auftrag gegebenen, repräsentativen forsa-Umfragen unter Schulleitungen zeigen, wie ernst die Lage ist: Zuletzt 2025 konnte gezeigt werden, dass es an einem großen Teil der Schulen in den vergangenen fünf Jahren zu psychischer und physischer Gewalt gegen Lehrkräfte kam. Vielerorts berichten Schulleitungen zudem von einer Zunahme der Vorfälle. Auch Cybermobbing spielt dabei eine immer größere Rolle. Das macht deutlich, dass Gewalt gegen Lehrkräfte längst nicht nur im Klassenzimmer stattfindet, sondern auch digital und oft mit massiven Folgen für betroffene Lehrkräfte.
Der VBE fordert deshalb einen konsequenten Schutz für den öffentlichen Dienst und insbesondere für Schulen. Dazu gehören Prävention, verlässliche Unterstützung nach Vorfällen, Fortbildungen zum Umgang mit Konflikten sowie eine Kultur, in der Übergriffe nicht bagatellisiert werden. Lehrkräfte brauchen keine Symbolpolitik, sondern spürbare Entlastung und Rückendeckung.
„Für den VBE ist klar: Wer Kinder und Jugendliche bildet, verdient Schutz, Rückhalt und konsequentes Handeln des Dienstherrn. Gewalt im schulischen Alltag darf nicht normalisiert werden“, so Neckov.
