Habemus Verbandsspitze

Der neu gewählte geschäftsführende Vorstand bestehend aus Stefan Behlau, Susann Meyer, Tomi Neckov und Stefan Wesselmann (v.l.n.r.)

Die Bundesversammlung des VBE am 5. Dezember 2025 in Berlin stand im Zeichen wichtiger Weichenstellungen für die Zukunft des Verbandes – personell wie inhaltlich. Am Folgetag vertiefte das VBE Forum 2025 unter dem Motto „Mit Haltung gemeinsam Werte schaffen“ die Frage, wie Erziehungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus in einer vielfältigen Gesellschaft gelingen kann.​​

Neue Verbandsspitze und Leitantrag

Die Bundesversammlung, höchstes Entscheidungsgremium des VBE, wählte einen neuen geschäftsführenden Vorstand: Neuer Bundesvorsitzender ist Tomi Neckov, bislang stellvertretender Bundesvorsitzender und Vizepräsident des BLLV. Ihm zur Seite stehen der 1. Stellvertreter Stefan Behlau (VBE NRW), die 2. Stellvertreterin Susann Meyer (VBE Mecklenburg-Vorpommern) sowie Bundesschatzmeister Stefan Wesselmann (VBE Hessen); Gerhard Brand wurde für sein langjähriges Engagement auf Bundesebene, zuerst als Schatzmeister, die vergangenen drei als Bundesvorsitzender, zum Ehrenvorsitzenden ernannt.​

Mit dem Leitantrag bekräftigte die Bundesversammlung den Anspruch, eine Schule für alle Kinder zu gestalten – unabhängig davon, ob sie einen sonderpädagogischen Förderbedarf oder eine Hochbegabung mitbringen. Inklusion wird dabei als Menschenrechtsfrage und als Ausdruck eines wertschätzenden Miteinanders verstanden, die strukturelle Veränderungen in Ausbildung, Ausstattung und Unterstützung von Schulen erfordert.​

VBE Forum: Fokus Erziehungspartnerschaft

Einen vergleichbaren strukturellen Veränderungsbedarf warf das VBE Forum am Folgetag auf. Es rückte die Beziehung zwischen Lehrkräften und Eltern in den Mittelpunkt und fragte, was es braucht, damit Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher Lebensentwürfe verlässlich gelingt. Rund 70 Delegierte aus allen Bundesländern diskutierten praxisnah, wie eine werteorientierte Erziehungspartnerschaft gestärkt werden kann – von der frühen Bildung bis zur Sekundarstufe.​​

Eine Keynote von Felicitas Richter von der Sinus-Akademie legte die Basis, indem sie unterschiedliche Elterntypen nach sozialen Milieus und Alter beleuchtete und Wege aufzeigte, diese gezielt zu erreichen. In drei Impulsen und anschließenden Workshops wurden darauf aufbauend konkrete Ansatzpunkte entwickelt: Jun.-Prof.in Dr. Charlott Rubach von der Universität Rostock zeigte, wie die Beziehung zwischen Eltern und Lehrkräften von einer reinen Dienstleistungslogik hin zu strukturierter Zusammenarbeit weiterentwickelt werden kann, Dr. Zeynep Sezgin Radandt stellte als Projektleiterin von PartEl beim bbt Ansätze für eine diversitätssensible Öffnung von Elterngremien vor, und Micha Pallesche, Rektor der mit dem Preis für Demokratiebildung des Deutschen Schulpreises 2025 ausgezeichneten Ernst-Reuter-Gemeinschaftsschule in Karlsruhe, präsentierte neue Formen von Partizipation und gelebter Demokratie an Schule.

Die Abschlussrunde wurde schlussendlich durch die Perspektive der Schülerinnen und Schüler bereichert, die von Erik Sczygiol, stellvertretender Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, in die Debatte eingebracht wurde.

Haltung, Werte und politische Verantwortung

Deutlich wurde: Erziehungspartnerschaft gelingt nur, wenn alle Beteiligten – Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler, Träger und Politik – Verantwortung übernehmen und Rahmenbedingungen schaffen, die Beziehungsarbeit ermöglichen. Die Delegierten arbeiteten daher heraus, was jede einzelne Person im Alltag tun kann und wo es politische Entscheidungen braucht, um Strukturen inklusiver und beteiligungsorientierter zu gestalten.​

Mit der Kombination aus klaren Beschlüssen der Bundesversammlung und dem dialogorientierten Forum setzt der VBE ein starkes Signal für eine Bildungspolitik, die das einzelne Kind in den Mittelpunkt rückt und auf respektvolle Zusammenarbeit mit Eltern setzt. Die Ergebnisse des Forums fließen in die weitere Verbandsarbeit ein und stärken die Position des VBE in den anstehenden bildungspolitischen Debatten.