In Potsdam nichts Neues
Abschluss der Tarifverhandlungen mit immerhin 5,8 Prozent mehr Gehalt
Nach zähen und von zahlreichen Aktionen begleiteten Verhandlungen ist im Februar 2026 der Abschluss der Einkommensrunde für die Beschäftigten der Länder gelungen. Die Einigung bringt eine lineare Entgelterhöhung von insgesamt 5,8 Prozent in drei Stufen und sendet damit zumindest ein monetäres Signal der Wertschätzung – auch wenn viele offene Baustellen im Schulbereich bleiben.
Konkret steigen die Entgelte zum 1. April 2026 um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro, zum 1. März 2027 um weitere 2,0 Prozent und zum 1. Januar 2028 um noch einmal 1,0 Prozent. Hinzu kommen Verbesserungen bei Schicht- und Wechselschichtzulagen sowie Regelungen zur Angleichung des Kündigungsschutzes Ost an West und ein Ausbildungspaket mit höheren Entgelten für Nachwuchskräfte. Damit orientiert sich der Abschluss eng an der vorangegangenen Vereinbarung auf Bundesebene und sichert den Länderbeschäftigten zumindest den Anschluss an die allgemeine Einkommensentwicklung.
„Wegen der sturen Blockadehaltung der Arbeitgeberseite blieb uns trotz heftiger Kämpfe nur die lineare Entgelterhöhung für die tariflich Beschäftigten an Schulen und die Angleichung des Kündigungsschutzes Ost-West – alle weiteren strukturellen Verbesserungen wurden von ihnen verhindert. All dies in dem Wissen, dass währenddessen in den Schulen der Druck durch Lehrkräftemangel, steigende Aufgaben und gesellschaftliche Erwartungen weiterwächst“, bewertet Rita Mölders, stellvertretende VBE Bundesvorsitzende, Arbeitsbereich Tarifpolitik, die Einigung und insbesondere ihre Entstehung.
Der Weg dorthin war steinig: Nachdem die Arbeitgeber Ende 2025 die Forderungen als überzogen abgetan und sie öffentlich als „astronomisch“ verballhornt hatten, konterte der VBE die Haltung der Arbeitgeber als „astronomische Enttäuschung“. Ein verhandlungsfähiges Angebot wurde nicht vorgelegt. Auch in der aktuellen Runde verwiesen die Länder immer wieder auf angeblich fehlende Spielräume, Verpflichtungen aus der Beamtenbesoldung und verplante Steuereinnahmen.
Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des VBE, ergänzt:
„Dass es trotz der Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite zu einem Abschluss kam, ist nicht zuletzt dem Engagement der Beschäftigten zu verdanken, die sich an Demonstrationen, Mahnwachen und Warnstreiks beteiligt und damit den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöht haben. Für dieses Engagement sind wir sehr dankbar und es stärkt uns den Rücken für kommende Verhandlungen.“
Die Länder stehen nun vor der Aufgabe, den Tarifabschluss rasch und flächendeckend auf Beamtinnen und Beamte zu übertragen, wie dies beispielsweise in Nordrhein-Westfalen geplant ist. Verbeamtete Lehrkräfte in Bayern hingegen müssen sich laut einer Aussage des Ministerpräsidenten Söder wohl noch ein halbes Jahr gedulden, was zu scharfer Kritik der Gewerkschaften führte. Neben den Verhandlungen über den finanziellen Aspekt wurde immer wieder deutlich, dass die Arbeitsbedingungen im Bildungssystem dringend verbessert werden müssen. Hierüber sind die Vertretungen der Landesverbände des VBE im kontinuierlichen Austausch mit den Kultusministerien.
