Inklusive Bildung im Fokus
Projekt „InclEdu4AllNeeds - Inclusive education for all needs“
Vom 27. bis 30. Januar 2026 reiste die stellvertretende Bundesvorsitzende des VBE, Arbeitsbereich Internationales, Tanja Küsgens zusammen mit Kristina Hebing, Robert Dittrich und Daniel Weber in die Republik Moldau, um sich vor Ort mit Akteurinnen und Akteuren aus Bildungspolitik, Verwaltung und Verbänden auszutauschen. Die Delegation vertrat dabei die Interessen des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) für Deutschland und nahm insbesondere Fragen der inklusiven Bildung in den Blick.
Im Fokus der Gespräche standen aktuelle europäische Herausforderungen im Bildungswesen, wie sie auch in zwei internationalen Factsheets zu Bildungspersonal sowie zu Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf deutlich werden.
So zeigt das Factsheet zum Bildungspersonal (PDF), dass der Beschäftigungsunterschied zwischen Menschen mit und ohne Behinderung in der EU im Jahr 2024 bei 24 Prozent lag, was auch den Bildungsbereich betrifft. Lehrkräfte mit Behinderungen stoßen demnach weiterhin auf erhebliche strukturelle Barrieren – etwa durch:
- eingeschränkte Zugangsbedingungen zur Lehramtsausbildung,
- unzureichende Unterstützung an Hochschulen,
- fehlende Barrierefreiheit an Schulen sowie
- Vorbehalte bei Einstellungen und Karriereentwicklung.
Internationale Empfehlungen betonen daher unter anderem die Notwendigkeit inklusiver Einstellungs- und Personalentwicklungsstrategien, verbindlicher Fortbildungen zu Antidiskriminierung sowie einer besseren Datengrundlage, um Chancengleichheit im Bildungssystem gezielt steuern zu können.
Auch das Factsheet zur Situation von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen (PDF) unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf. EU-weit verlassen 8 Prozent der 18- bis 24-Jährigen mit Behinderung frühzeitig das Bildungssystem, während es bei Gleichaltrigen ohne Behinderung 10 Prozent sind.
Besonders deutlich zeigt sich die Benachteiligung beim Übergang in Ausbildung und Beruf: Rund 26 Prozent der jungen Menschen mit Behinderung im Alter von 15 bis 29 Jahren gelten als nicht in Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung, verglichen mit knapp 15 Prozent ohne Behinderung.
Gleichzeitig verfügen nur 41 Prozent der 30- bis 54-Jährigen mit Behinderung über einen tertiären Bildungsabschluss, während der Anteil bei Menschen ohne Behinderung deutlich höher liegt. Als zentrale Maßnahmen empfohlen werden:
- langfristige Investitionen in inklusive Bildung,
- der Ausbau professioneller Fortbildungen für Lehrkräfte sowie
- eine bessere Verzahnung von Bildungs-, Sozial- und Gesundheitssystemen.
Der fachliche Austausch in der Republik Moldau machte deutlich, dass diese Herausforderungen auch international ähnlich gelagert sind. Die Gespräche wurden von allen Beteiligten als offen, konstruktiv und erkenntnisreich bewertet. Sie lieferten wertvolle Impulse für die weitere Arbeit des VBE und unterstrichen, wie wichtig internationaler Dialog und soziale Partnerschaft sind, um inklusive Bildung nachhaltig zu stärken.
Weitere Informationen:
zum Projekt InclEdu4AllNeeds
zum Studienbesuch in Solingen, 2024 (Video)
