Lehrermangel führt zu doppelter Abwärtsspirale

VBE stellte im März 2019 auf DSLK in Düsseldorf neue forsa-Umfrage vor

© Wolters Kluwer Deutschland

Der Lehrkräftemangel wird immer stärker spürbar. Sagte im letzten Jahr noch jede dritte Schulleitung, dass sie mit Lehrermangel zu kämpfen habe, ist es jetzt jede zweite. Das hat Folgen. So gaben die betroffenen Schulleitungen an, durchschnittlich elf Prozent der eigentlich zur Verfügung stehenden Stellen nicht besetzen zu können. Die deshalb eingesetzten Seiteneinsteigenden werden meist nicht angemessen ausgebildet, überproportional oft in Schulen in besonders schwierigen Lagen eingesetzt und damit bei Schülerinnen und Schülern, die eigentlich auf Personal mit besonders hohen pädagogischen Standards angewiesen wären. Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, mahnte: „Hier setzt sich eine Abwärtsspirale in Gang, die bald nicht mehr aufzuhalten ist. Und es gibt sogar eine ‚doppelte Abwärtsspirale‘, denn die originär ausgebildeten Lehrkräfte werden in Zeiten des Lehrermangels immer stärker beansprucht. Jede dritte Schulleitung gibt an, dass die Zahl der langfristig aufgrund psychischer Erkrankungen Ausfallenden zunimmt. So produziert der Lehrermangel eine Verschärfung des Lehrermangels.“

Dies hat eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag des VBE ergeben, für die bundesweit 1.232 Schulleitungen befragt wurden. Wie schon 2018 wurde erfragt, wie zufrieden Schulleitungen mit ihrem Beruf sind, was die größten Belastungsfaktoren sind und wo sie Verbesserungsbedarf sehen. Außerdem interessierte, welche Probleme es an der Schule gibt und ob sie vom Lehrermangel betroffen ist. Erstmals wurde 2019 danach gefragt, wie es um die Gesundheit des Lehrerkollegiums bestellt ist. Neben den bundesweiten Daten gibt es Stichproben für Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz

Die Studie wurde im Rahmen des Deutschen Schulleiterkongresses vorgestellt, der vom 21. bis 23. März 2019 in Düsseldorf stattfand. Zur Eröffnung sprachen der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, und der diesjährige Präsident der Kultusministerkonferenz, Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Grußworte. Dies und die wiederholte Übernahme der Schirmherrschaft für den Kongress durch die Kultusministerkonferenz zeigten eindrücklich die Wertschätzung der Politik. Gleichwohl forderte der Bundesvorsitzende des VBE, Udo Beckmann, bei der Eröffnungsveranstaltung mit Blick auf die beiden Ehrengäste weniger Worte und mehr Taten ein – und erhielt dafür breite Zustimmung aus dem Publikum.