Politischer Handlungsbedarf für sichere Schulwege
Kooperationspartner in Aktion: Mit Umfrage und Aktionstagen im September
Der sichere Schulweg ist eine Grundvoraussetzung für gelingende Bildung. Doch die aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des VBE zeigt ein alarmierendes Bild: Jedes fünfte Elternteil hält den Schulweg ihres Kindes für unsicher. Das deckt sich mit den Zahlen des Vorjahres, wo Kinder nach ihrem Eindruck gefragt wurden. Auch von ihnen hatten ein Fünftel angegeben, dass sie sich unsicher fühlten.
Diese Zahlen machen deutlich: Wir brauchen eine klare politische Antwort. Der VBE fordert deshalb gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern, dem ökologischen Verkehrsclub Deutschland VCD und dem Deutschen Kinderhilfswerk, wirksame und flächendeckende Maßnahmen – von verbindlichen Tempo-30-Zonen vor Schulen über sichere Querungshilfen und bauliche Veränderungen an Gefahrenstellen bis hin zu klar gekennzeichneten Hol- und Bringzonen. Sicherheit darf nicht länger dem Zufall überlassen bleiben.
Die Dringlichkeit wurde auch bei den bundesweiten Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ sichtbar, die der VBE gemeinsam mit VCD und Kinderhilfswerk durchführt. Die Bilanz spricht für sich: Zehntausende Kinder und Lehrkräfte beteiligten sich mit kreativen Aktionen, vielerorts eingebunden waren Kommunen, Elterninitiativen und lokale Partner. Sie setzten gemeinsam ein starkes Zeichen: Schulwegsicherheit ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Die Kinder machten eindrucksvoll sichtbar, dass sichere Wege nicht nur für ihre persönliche Sicherheit wichtig sind, sondern auch einen Beitrag zu Gesundheit, Selbstständigkeit und Klimaschutz leisten.
Dabei bleibt für uns klar: Freiwillige Initiativen können den akuten Handlungsbedarf sichtbar machen – sie ersetzen aber nicht die notwendigen politischen Entscheidungen. Schulwegsicherheit muss Teil einer nachhaltigen Verkehrs- und Bildungspolitik werden. Dazu gehört eine ausreichende Finanzierung, eine klare gesetzliche Rahmensetzung und ein bundesweites Engagement. Die Botschaft an die Entscheidungsträger ist eindeutig: Jede gefährliche Situation vor dem Schultor ist eine zu viel. Kinder haben ein Recht darauf, ihren Schulweg angstfrei und unbeschwert zurückzulegen. Dieses Recht zu sichern, ist eine politische Pflicht – und eine Investition in die Zukunft.
