Starke Stimme – auch im nächsten Jahr

VBE Bundesversammlung beschließt inhaltliche Zielrichtung

© Oliver Pick

Ein Parforceritt durch die bildungspolitisch relevanten Themen – so lässt sich die jährlich stattfindende Bundesversammlung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) wohl am besten beschreiben. Hierfür kamen am 15. November 2018 Delegierte aus allen VBE Landesverbänden in Dortmund zusammen. Neben Organisatorischem wird auf der Bundesversammlung die inhaltliche Zielrichtung des VBE Bundesverbandes festgelegt.

Alle Positionen können Sie auf der Webseite nachlesen.

Thema: Inklusion

Positionen: „10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention: Inklusion braucht Ressourcen“ und „Barrierefreiheit priorisieren!

Der VBE bekennt sich ausdrücklich zur gemeinsamen Beschulung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen, die stets an dem Kindeswohl ausgerichtet sein muss. Es ist jedoch mit Blick auf die vom VBE in Auftrag gegebenen, repräsentativen forsa-Umfragen zum Thema Inklusion (2013, 2015 und 2017) deutlich sichtbar, dass die Vorausset­zungen für den gemeinsamen Unterricht noch nicht gegeben sind. Der VBE fordert daher das Unterrichten im Zwei-Pädagogen-System und mit Unterstützung durch multiprofessionelle Teams, zu denen auch Schulgesundheitsfachkräfte gehören. Außerdem muss ein angemessenes Angebot an Fortbildungen geschaffen und die hohe Qualität dieser sichergestellt werden.

Darüber hinaus ist es wichtig, Barrierefreiheit den gleichen Stellenwert wie dem Brandschutz einzuräumen. Denn wir wissen: Wird bei dem Neubau Barrierefreiheit nicht umgesetzt, manifestiert das für Schüler­generationen, dass an dieser Schule Kinder, Eltern und Lehrkräfte mit Einschränkungen ggf. nicht angemessen in die Abläufe der Schule inkludiert werden können.

Thema: Ausbildung in pädagogischen Berufen

Positionen: „Mangel bekämpfen! Gewinnung von Erzieherinnen und Erziehern durch Veränderung der Erzieherausbildung und Steigerung der Attraktivität des Berufs“ und „Eckpunkte für eine zukunftsorientierte Lehrerbildung!

Überall fehlt pädagogisches Fachpersonal. Diese Situation ist auch entstanden, weil die Ausbildungsbedingungen nicht attraktiv sind. Deshalb setzt sich der VBE zum Beispiel dafür ein, dass die Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher kostenfrei wird und zudem eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Der VBE setzt sich weiter dafür ein, dass Erzieherinnen und Erzieher eine Ausbildung auf Fachhochschulniveau erhalten. Es muss angestrebt werden, dass ein deutlich höherer Anteil der Beschäftigten im Elementarbereich studiert hat.

Für das Lehramtsstudium muss gelten: Dieses schließt unabhängig von Schulart und Schulstufe mit dem Master oder Staatsexamen ab. Fokus der Verände­rung des bisherigen Studienangebots muss sein, die angehenden Lehrkräfte noch besser auf ihren Schulalltag und die Anforderungen, die in der Schule an sie gestellt werden, vorzubereiten. Hierfür muss das Curriculum um Querschnittsthemen erweitert und die Verzahnung von Bildungsforschung und Lehrerausbildungsinstitutionen enger werden.

Thema: Werte- und Demokratieerziehung

Positionen: „Werte- und Demokratieerziehung an Schule stärken!“ und „Haltung zählt: Bildung gegen jede Form von Extremismus

Die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten „Wertestudie“ des VBE zeigten, dass Schule gestärkt und in die Lage versetzt werden muss, allen in Deutschland lebenden Kindern und Jugendlichen das Entwickeln einer eigenen Wertehaltung auf Basis unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung zu ermöglichen. Dafür braucht es vor allem mehr Zeit, mehr Gestaltungsspielräume und die feste Verankerung der Erziehungs- und Bildungsziele in den Lehrplänen von Schulen.

Zur Prävention von politisch oder religiös motiviertem Extremismus muss dies in der Leh­reraus-, -fort- und -weiterbildung thematisiert, ein gleichberechtigter Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung für alle Kinder und Jugendlichen gewährleistet und eine klare Vision der gesamten Schulgemeinschaft zum Umgang mit Radikalisierung und Extremismus im Bildungskontext entwickelt werden.