VBE-Dachverband veröffentlicht dbb Bürgerbefragung 2026

Während das Vertrauen in den Staat 2026 auf ein Rekordtief fällt, zeigt die dbb Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst ein überraschend stabiles Bild für Lehrkräfte und Schulen. Für die repräsentative Studie befragte forsa im Auftrag des dbb beamtenbund und tarifunion im Juli 2026 insgesamt 2.018 Bürgerinnen und Bürger. Die Erhebung erfolgte online über das forsa.omninet-Panel. Das Berufs-Ranking wird bereits seit 2007 jährlich erhoben und ermöglicht somit einen Blick über nahezu zwei Jahrzehnte.

Trotz eines insgesamt kritischen Stimmungsbilds gegenüber dem Staat zeigen die Zahlen, dass der Lehrberuf im gesellschaftlichen Ansehen weiterhin eine vergleichsweise gute Position einnimmt. Beim Ansehen einzelner Berufsgruppen erreichen Lehrkräfte einen Wert von 63 Prozent – damit liegen sie deutlich vor anderen Branchen wie Journalist:innen (29 %) oder Politiker:innen, deren Ansehen mit nur noch 7 Prozent einen neuen Tiefstand erreicht hat. Zwar ist der Wert für Lehrkräfte gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozentpunkte gesunken, was sich in die allgemeine Tendenz eines leicht rückläufigen Vertrauens in staatliche Institutionen einordnet. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen behauptet sich der Lehrerberuf jedoch auf einem stabilen und relativ hohen Niveau im oberen Mittelfeld des Ansehensrankings, das von Feuerwehrleuten (94 %), Krankenpflegekräften (91 %) und Altenpflegekräften (88 %) angeführt wird.

Auch bei der Bewertung einzelner öffentlicher Einrichtungen zeigt sich für den Bereich Schule ein vergleichsweise günstiges Bild. Mit der Schulnote 3,3 (2025: 3,2) liegt die Bewertung zwar leicht unter dem Vorjahreswert, schneidet im Vergleich zu anderen Behörden jedoch merklich besser ab. Sozialämter werden mit 3,6 bewertet, Arbeitsämter mit 3,7, Landesministerien mit 3,8 und Bundesministerien mit 4,2 deutlich schlechter. Schulen positionieren sich damit im Mittelfeld der abgefragten Einrichtungen, oberhalb der Bewertungen für Verwaltungs- und Ministerialebenen.

Zwar sind beide Werte gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken – der Ansehenswert für Lehrkräfte um 2 Prozentpunkte und die Schulnote für Schulen von 3,2 auf 3,3. Im Kontext des allgemeinen Vertrauensverlusts in staatliche Institutionen, den die Studie in diesem Jahr besonders deutlich abbildet, ist das jedoch fast schon eine gute Nachricht: Lehrkräfte und Schulen zählen weiterhin zu den vergleichsweise stabilen Ankern im öffentlichen Ansehen – und schneiden damit spürbar besser ab als weite Teile der übrigen öffentlichen Verwaltung.

Der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Tomi Neckov kommentiert:

„Die Menschen wollen einen Staat, der funktioniert – und dafür brauchen Schulen endlich weniger Bürokratie, mehr pädagogische Unterstützung durch multiprofessionelle Teams und eine Verwaltung, die Lehrkräfte entlastet. Nur so kann mehr Zeit für gute Bildung geschaffen werden. Politik muss dafür sorgen, dass Schule und Kita nicht noch mehr zusätzliche Aufgaben aufgebürdet bekommen.“