Die Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) und des Verban-des Bildung und Erziehung (VBE), Wolfgang Speck und Ludwig Eckinger, rufen zu einer engeren Zusammenarbeit von Schule und Polizei auf. Gewalt darf keine Schule machen. Schule und Polizei sollen deshalb mehr als bisher Partner in einer Allianz für ein friedliches Leben und Lernen in der Schule werden.
Aggressives Verhalten und Gewalt sind an unseren Schulen zunehmende (pädagogi-sche) Herausforderungen für alle Beteiligten. Nach einer Studie des BKA aus dem Jahre 2003 verhalten sich fünf Prozent aller Schüler regelmäßig gewalttätig, ein Drittel schlägt gelegentlich zu. Jeder dritte Schüler hat Angst davor, allein den Schulweg anzutreten oder auf den Pausenhof zu gehen (lt. einer Studie des „Weißen Rings“).
In vielen Bundesländern werden zwar Anstrengungen gegen Kinder- und Jugendgewalt an den Schulen unternommen. Dennoch fehlt es immer noch an einer flächendeckenden und abgestimmten präventiven Bekämpfungsstrategie. Jede einzelne Schule hat den pädagogischen Auftrag, aggressives Verhalten in Bahnen zu lenken, die ein soziales und humanes Miteinander ermöglichen. Mehr noch als bisher muss auch die Alltagsgewalt – kleine Gemeinheiten, verbale Attacken, Regelverletzungen – unsere Gegenwehr herausfordern.
Die pädagogischen Mittel der Schule, um Gewalt einzudämmen, sind begrenzt. Nicht immer gelingt es, Gewalt mit schuleigenen Maßnahmen abzubauen. In solchen Fällen muss die Schule auf Hilfe „von außen“ – zum Beispiel auf Beratungsstellen und Jugend-ämter – zurückgreifen können. Hilfe und Unterstützung kann auch von der Polizei erwar-tet und geleistet werden.
Damit eine verstärkte Zusammenarbeit von Schule und Polizei im Sinne einer vernetzten Gewaltprävention gelingt, sprechen sich DPolG und VBE für folgende „vertrauensbildende“ Maßnahmen aus:
DPolG und VBE unterstützen eine in diesem Sinne vernetzte Prävention von Gewalt an Schulen. Es ist ein wichtiger Schritt über die bewährte Zusammenarbeit von Polizei und Schule bei der Schulwegsicherung, bei der Verkehrserziehung und der Drogenaufklärung hinaus, Schule zu einem angstfreien und offenen Lern- und Lebensort zu entwickeln.
Berlin, 14. Februar 2005
Verband Bildung und Erziehung (VBE)
Behrenstraße 23 / 24
10117 Berlin
Telefax: +49 (0) 30 / 7 26 19 66-0
Telefax: +49 (0) 30 / 7 26 19 66-19