Berlin, Bildungsfinanzierung Lehrerbildung/-mangel Schulbau

VBE zur OECD-Lehrerstudie: Lehrerberuf als Schlüsselberuf anerkennen

„Die OECD-Lehrerstudie zeigt dieselben Schwachstellen im Lehrerberuf auf wie schon die Potsdamer Lehrerstudie“, betont VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann aus Anlass der heutigen Präsentation der OECD-Lehrerstudie TALIS, an der sich die deutschen Bundesländer nicht beteiligten. Beckmann verweist darauf, laut Potsdamer Lehrerstudie, die u.a. vom VBE initiiert und getragen wurde, seien der Umgang mit schwierigen Schülern, Unterricht in zu großen Klassen, hoher Verwaltungsaufwand und zu geringes Feedback Faktoren, die Lehrerinnen und Lehrer in ihrer pädagogischen Arbeit beeinträchtigten.

„Die Kultusministerkonferenz drückt sich vor dem internationalen Vergleich. Gelegentliches Lob von der Politik für den Lehrerberuf kann nicht die tatsächliche Misere unserer Arbeitsbedingungen verdecken. Auch in Deutschland kann man davon ausgehen, dass an vielen Schulen eine mangelnde Ausstattung effektives Unterrichten verhindert und die Lehrkräfte durch ständig wachsende Verwaltungsaufgaben wichtige Zeit für pädagogische Arbeit verlieren“, kritisiert Udo Beckmann.

„Gute Schule lässt sich nun mal nicht herbeireden. Gute Schule erfordert neben den finanziellen und räumlichen Bedingungen vor allem genügend sehr gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer“, so Beckmann. „In Wirklichkeit setzen die Kultus- und Finanzminister auf Selbstausbeutung in unserem Beruf und verweigern der Lehrerbildung den notwendigen Stellenwert. Mehr individuelle Schülerförderung bei mehr Unterrichtsverpflichtung, mehr Verwaltungsaufwand und al-ternden Kollegien läuft auf die Quadratur des Kreises hinaus.“

Lehrermangel lasse sich nicht aussitzen, warnt Beckmann. „Der Beruf muss attraktiv gemacht werden, um junge Menschen zu begeistern. Wer ein Lehramtsstudium aufnimmt, muss die Sicherheit haben, den international anerkannten Masterabschluss mit 300 Leistungspunkten erwerben zu können.“ Der VBE-Bundesvorsitzende erklärt: „Die Bologna-Reform geht in der deutschen Lehrerbildung nach hinten los. In 13 Bundesländern können Studierende für Grundschullehrämter und Lehrämter in der Sekundarstufe I nur einen Master light mit 240 Punkten erwerben. Das untergräbt die Professionalität und verhindert Gleichwertigkeit im Lehrerberuf.“ Unter dem Deckmäntelchen, die europäischen Hochschulabschlüsse vereinheitlichen zu wollen, sei in der Lehrerbildung das Chaos zugelassen worden. „Die formale Umstrukturierung in Bachelor- und Masterstudien ist den Ländern wichtiger als die Ausrichtung der Studieninhalte an den tatsächlichen Erfordernissen des Lehrerberufs und die bundesweite Ver-gleichbarkeit der Ausbildung.“